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Liberales Judentum · 1908-01-01 · 3 (1908) · p. Seite 61

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
1 (1908-1909)
Issue
3 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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Airrktsr Ar. Adler: Rrligrsn und Vaterland 61 schaft und dem Gottesdienste nicht entfremdet werden. Gebt ihnen die Möglichkeit zum Besuche der Synagoge, sei es an den Vorabenden der Sabbate, oder am Sabbat-vormittag zum Hauptgottesdienft, oder auch zum Iugendgottesdienst, der sich ja auch für Erwachsene eignet. Ihr werdet manchem jungen Manne und manchem junger! Mädchen einen guten Dienst damit erweisen und eine heilige Pflicht erfüllen, die ihr dem Judentum schuldet. Ihr Väter und ihr Mütter, gedenket des Sabbats, lvenn ihr nun einmal gezwungen seid, am Sabbat zu arbeiten und auch eure Rinder in der Schule arbeiten zu lassen: so vergesset wenigstens nicht, es ihnen immer aufs neue wieder zu sagen, daß ihr es tut der Not gehorchend und nicht dem eigenen Triebe. Und haltet eure Rinder an, die für sie eingerichteten Iugendgottesdienfte so regelmäßig als möglich zu besuchen, damit sie den Sabbatgedanken in ihre jugendlichen Gemüter einziehen lassen. Und noch eins: Da es euren Rindern nicht möglich ist, wie es in früherer Zeit geschah, euch, die Eltern, zum Lsauptgottesdienst zu begleiten: nun, so begleitet ihr sie, so häufig als möglich, zum Iugendgottesdienst, auf daß das religiöse Band zwischen Vätern und Söhnen, zwischen Müttern und Töchtern, so fest geknüpft bleibe, wie einst in früheren Tagen. In Frankfurt, so hat man mir erzählt, ist die Synagoge bei den Iugendgottesdiensten so stark besetzt, wie an den höchsten Feiertagen, weil Rinder und Eltern sie gemeinsam besuchen; das geschieht dort gerade in demjenigen Gotteshause, das für die Bedürfnisse der liberalen Rreise errichtet ist und ausschließlich von diesen modern empfindenden Glaubensgenossen ausgesucht wird. Das können Väter und Mütter in jeder Gemeinde tun und damit ihren Rindern zeigen, daß, trotz der Schwierigkeiten des beruflichen Lebens, der Idealismus im Judentum lebendig ist und lebendig bleiben soll. Unabweisliche Pflichten legt uns Juden der Gegenwart der Sabbat auf. lvir dürfen der Sabbatfrage nicht aus dem lvege gehen. Nichts kann es uns helfen, wollten wirunsereBlickevordenTatsachen des Lebens verschließen. Nein, hier heißt es im Gegenteil, ihnen fest und uirverzagt ins Auge sehen. Nur so wird es uns gelingen können, unser kostbarstes Rleinod zu erhalten und den Zusammenhang zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen nicht zu verlieren, sondern ihn aufrechtzuerhalten nach den Morten der Schrift: „Zwischen mir, spricht Gott, und den Rindern Israel sei der Sabbat ein Zeichen für immer und ewig." Religion Und Votcrlond. Keäe bei der einweibungäteier des kbi!antbropM5. Von Direktor Dir. fldler-frankfurt a. Hl. Von unseren Altvorderen ist uns der fromme Brauch überkommen, den Beginn eines jeden festlichen Tages im Aufblick zu dem Schöpfer alles Seins zu weihen, mit innigem Dank gegen ihn, der uns diesen Tag hat erleben und erreichen lassen: „Der Ewige hat," um mit dem j)salmendichter zu reden, „diesen Tag gemacht; laßt uns frohlocken und an ihm fröhlich fein!" Ja Freude, volle, ungetrübte Freude erfüllt heute, wo das j)hilanthroxin seinen Einzug in die neue herrliche Stätte hält, unser Herz; und diese Freude wird erhöht durch die Teilnahme, die uns bei dieser Gelegenheit wiederum von den hohen staatlichen und städtischen Behörden, von liebwerten Rol-

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