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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1911-01-01 · 34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911) · page 80

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 80)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122108--5513-3126147
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76 Ztisammenfassender Rückblick. Gesetzes gehuldigt hat. Die Beschränkung der Ehescheidung machte seit Maleachi ständig Fortschritte, d. h. die volkstümliche Anschauung setzte sich immer mehr durch, bis sie durch Schammai mittels Schriftauslegung zum Gesetz erhoben wurde. Die Reduzierung des Scheidungsgrundes auf Ehebruch liegt am Ende der mit dem unbeschränkten Scheidungsrecht des Mannes beginnenden Entwicklungslinie, welche das Scheidungsproblem in Palästina durchlaufen hat. Mit dem Babylonier Hillel setzt eine Opposition ein. Im Gegensatz zur Volksanschauung und zweifellos auch in Palästina zu der befolgten Praxis erkennt das neue Schulhaupt auch außerhalb der Sphäre der Moral liegende Scheidungsgründe an. Nur dies meint seine Schule mit dem Kraftwort von dem ״Anbrennen der Speise“, aber die Angabe eines Grundes hat auch sie für notwendig gehalten, sonst würde sie sich ־von Akiba, der schon ״das Finden einer schöneren Frau“ für genügend deklariert, in nichts unterscheiden. Der ein Menschenalter nach Hillel lebende Philo und sein jüngerer Zeitgenosse Josephus stehen auf dem Standpunkte der Hilleliten, indem sie einen Scheidungsgrund wohl fordern, diesen aber nicht auf moralische Defekte der Frau, viel weniger auf Ehebruch beschränken. Hillel und Philo sind Ausländer und Mitglieder des jüdischen Hochadels, Josephus vornehmer Priester. Diese Umstände legen den Schluß nahe, daß die leichtere Scheidungsmöglichkeit Anschauung und Praxis der babylonischen und hellenistischen Diaspora, sowie der oberen Volksschichte dar stellt. In dem heftigen Kampf, der um das Scheidungsproblem einige Dezennien vor unserer Zeitrechnung entbrannte und rund ein Jahrhundert währte, haben sich die zwei extremsten Ansichten über diese, das ganze jüdische Volk des heiligen Landes bewegende Frage ausgebildet, welche für die Folgezeit einerseits im Judentum und anderseits im Christentum maßgebend geblieben sind. Das eine Extrem finden wir bei Akiba. Er hat in unseres Erachtens richtiger Erfassung des pentateuchischen Gesetzes und in konsequenter Weiterbildung des hillelitischen Scheidungsprinzips den Scheidungsgrund

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