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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1911-01-01 · 34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911) · page 74

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 74)
Language
German
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…/3122061-3122108--5507-3126141
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70 Die jüdische Ehescheidung. auf die Ehe, welche das Gesetz statuiert hat, ist von den Späteren: immer mehr entwickelt worden. Wenn die pharisäischen Schriftgelehrten ohne biblische Grundlage vom Hohepriester die Einehe fordern, so ist dies nur als Konzession an eine alte ## Institution verständlich. Uber die Ehescheidung des Hohepriesters liegt von priesterlicher Seite keine Äußerung vor, doch kann die des Josephus, des Priesterpharisäers, als solche betrachtet werden. Die Hohepriesterehe wird den standesstolzenZadoksöhnen bei der Statuterung der Einehe und ihrer Unauflösbarkeit vorgeschwebt haben. ״Die ganze Gemeinde ist heilig.“ Diesem Prinzipe folgend, haben die Zadoksöhne neben dem Ehegesetze auch die Reinheitsvorschriften verschärft1), d. h. die höchsten Anforderungen auf alle Gläubigen ausgedehnt. Sie haben, wie ja auch die Pharisäer, die sich den levitischen Reinheitsgesetzen unterwarfen und sonstige Erschwerungen freiwillig auf sich nahmen, die Religion demokratisiert. Eine Folge dieser Demokratisierung ist die Ausdehnung der Einehe und ihrer Unauflöslichkeit vom Hohepriester auf ־ alle Gläubigen, ob Priester oder Nichtpriester. Dasselbe tat Jesus, als er die Monogamie und die Untrennbarkeit der Ehe von jedem ohne Ausnahme forderte, wobei er sich auch auf das von den Pharisäern anerkannte Gesetz für die Noachiden stützte. Neu wird in der Begründung bloß die p a cken de W endung sein: ״Was Gott zusammen.- gefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ Bis auf diese Wendung findet sich alles auch außerhalb des Neuen Testaments, sowohl das Wesen der Sache: die Untrennbarkeit der Ehe, wie auch die Ableitung aus der Schrift nebst der rabbinischen Begründung mit dem vormosaischen Gesetz. In der Priesterschaft ist auch das Milieu gefunden, in welchem die Anschauung von der Unauflösbarkeit der Ehe entstanden ist. In Anbetracht dieser Umstände wird man dem *) Schechter hat den Gesetzen dieser Sekte eine eingehende Unter־ suchung gewidmet und Berührtmgsptmke mit den Dosithäern .gefunden. (XXm ff.)•

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