Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 67)
- Language
- German
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Jubilaenbuch. 63 % luten Ehescheidungsverbotes überein, da er eine Ausnahme nicht erwähnt, er wird also eine solche nicht für zulässig gehalten haben. Wir kehren nun zu unserer Schrift zurück. Wie schon oben bemerkt worden, hat sie mit dem Buch der Jubiläen und mit dem Testament der 12 Patriarchen, welche sie auch namentlich anführt, vieles gemein, besonders die eindringende Warnung gegen geschlechtliche Vergehungen1). Das Buch der Jubiläen, das nicht müde wird, die Sündhaftigkeit der Ehe mit Heiden zu brandmarken, erweist sich durch diese Charakterzüge als ein Produkt priesterlicher Kreise, bei denen die Reinheit des Stammes im Vordergründe des Interesses gestanden hat. Es ist demnach berechtigt, der neuen zadokidischen Schrift bei der Auslegung des Jubiläenbuches eine entscheidende Stimme züzuerkennen. Wir denken an die Be- Schreibung der Erschaffung des Weibes, welche im Jubiläenbuch also lautet: ״Und Gott sprach zu uns: Es ist nicht gut, daß der Mann allein sei, laßt uns ihm einen Helfer machen, der wie er ist. Und der Herr, unser Gott, legte einen Schlaf auf ihn, und er schlief. Und er nahm das Weib, mitten aus seinen Rippen eine Rippe, und diese Seite ist der Ursprung des Weibes mitten aus seinen Rippen, und er baute statt ihrer Fleisch [hinein] und er baute das Weib. Und er weckte Adam aus seinem Schlafe auf ... und er brachte sie zu ihm, und er erkannte sie und er sprach zu ihr: Dies jetzt ist Bein von meinem Beine und Fleisch von meinem Fleische; diese wird mein Weib genannt werden, denn von ihrem Mann ist sie genommen. Deswegen sollen Mann und Weib eins sein, und^deswegen soll der Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und mit seinem Weibe vereint werden, und sie werden ein Fleisch sein“2). Im Wesen ist dies der biblische Bericht, J) Siehe 2. B. 22, 20 und 30, 7. 11 —16. 2) 3, 3—7 (Kautzsch, Apokryphen II, 44). In der Fortsetzung wird aus der Schöpfung des Menschenpaares die Dauer der Unreinheit der Gebärenden abgeleitet. 40 Tage bei Geburt eines Männlichen und 80 Tage bei Geburt eines ”Weiblichen (so auch das rabbinische Gesetz). Adam wurde