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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1911-01-01 · 34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911) · page 65

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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…/3122061-3122108--5498-3126132
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Paulus. 6* 'Unzucht vorgeworfen wird, kann damit nicht das gemeint sein, was die Gegner gleichfalls verurteilen. Es wird also unter ״Buhlerei“ die Polygamie, unter ״Wegwenden von seiner Frau“ die Scheidung und unter ״Blutschande“ die Eheschließung mit der Nichte zu verstehen sein — die drei strittigen Punkte des Eherechts. Auffallend ist die Reihenfolge der Aufzählung der Sunden: an erster und letzter Stelle Verstöße gegen die Frau und in der Mitte gegen die Nächstenliebe. Es darf hiezu an R. Meirs Ausspruch erinnert werden, ^wonach jeder, der eine seiner unwürdige Frau heiratet, folgende 5 Verbote Übertritt: Du sollst dich nicht rächen, du sollst nicht grollen, du sollst deinen Bruder nicht hassen, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, und dein Bruder soll mit dir leben1). Es sei dem, wie ihm wolle, sicher ist, daß die Zadoki-ten die Ehescheidung absolut verboten und Bigamie auch beim Manne für Ehebruch gehalten haben. Beides wird kurz und bündig mit ״sie nehmen zwei Frauen bei ihrenLebzeiten“ ausgedrückt.2) Dieselbe Ausdrucks weise kehrt bei Paul wieder: ״Ein Weib ist gebunden durch das Gesetz, so lange ihr Mann lebt; so aber ihr Mann entschläft, ist sie frei sich zu verheiraten, welchen sie will“5). An der ausführlicheren Parallestelle fügt Paul noch hinzu: ״Wenn sie nun bei Lebzeiten des Mannes einem andern Manne zu eigen wird, heißt sie eine Ehebrecherin; wenn aber der Mann gestorben, ist sie frei vom Gesetz, daß sie nicht Ehebtecherin ist, wenn sie einem andern Manne zu eigen wird“4). Daß der Mann Ehebrecher wird, wenn er eine zweite Frau bei Lebzeiten der ersten nimmt, was unser Autor mit ״Buhletet“ meint, sagt Paul nicht und es bleibt fraglich, ob er in diesem Punkte die allgemeine Anschauung der Rabbinen!) Tosefta Sota 5, n; 302, u>: יל הנושא אשה שאינה הוגנת לו עיבר משוס המשה לאוין לא תקפ ולא תטו־ ולא תשנא את אחיך ואהבת לרעך כמוך גויריא ייט, ייז, י״ח) וחי אחיך עמך גשם ליד ל״ו>. 2) So richtig von Schechter XXXIV, n. 3 aufgefaßt. 3) I Korinther 7, 39. ־*) Römer 7, 3. v! 11: ״Sr : * :t i »!1

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