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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1911-01-01 · 34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911) · page 60

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 60)
Language
German
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66 Die jüdische Ehescheidung. Über den Sinn der Markus- und Lukasstelle besteht kein Zweifel: die Ehe ist für beide Gatten unauflöslich. Wer eine zweite Ehe auf Grund einer Scheidung: eingeht, gleicheviel ob Mann oder Weib, bricht die Ehe. Der Beweis, der für diese These beigebracht wird, findet sich auch in der rabbinischen Literatur. Es wird nämlich ein Unterschied gemacht zwischen dem mosaischen und vormosaischen Gesetz,״ mit dem rabbinischen Terminus, zwischen den ״Söhnen Israels“ (בני ישראל) und zwischen den ״Söhnen Noahs“ (בני נח). Diesen Unterschied betont Jesus mit den Worten: ״von Anfang aber ist es nicht so gewesen“ (Matth. J9, 8) und ״aber vom Anfang der Schöpfung her hat er sie geschaffen als Mann und Weib“ (Mark. •JO, 6). Wir wollen nun die rabbinischen Stellen durchgehen. ״Jehuda ben Bethera (2. Jahrh.) sagte: Job deutete für sich: ״Was ist der Teil Gottes von oben und der Besitz des Allmächtigen von den Höhen“ (Job 3f, 2, das will sagen): Wenn Adam gebührt hätten zehn Weiber, so hätte Gott sie ihm gegeben, es gebührte ihm aber nur ein Weib, so genügt mir auch mein Weib, mein Teil“1). Lemech wird getadelt, weil er sich zwei Weiber genommen (Gen. 4, J9), wie ״alle Männer des. Sündflutgeschlechts“ und das zweite Weib wird ausdrücklieh eine Buhlin genannt2). Von Elkana (I S. J) heißt es: ״Nach all diesem Lob steht bei ihm geschrieben: ״Ünd er hatte zwei Frauen.“ Wozu nahm er zwei Frauen?“ und er wird damit entschuldigt, daß Channa keine. Kinder hatte und selbst wünschte, ihr Mann möchte eine zweite Frau nehmen3). Neben dieser allgemeinen Mißbilligung der Polygamie findet sich noch die ausdrückliche Erklärung, daß ein N oachide sich von seiner Frau überhaupt nicht scheiden kann. J) Aboth des R. Nathan ed. Schechter, II. Version, S.. 5 a. Die Deutung geht von Job 3J, J aus. Vielleicht war Jehuda b. B. der Ansicht, Job habe im Zeitalter der' Erzvater gelebt (Seder Olam, Kap. 2J; Baba B. J4b. Siehe Schwarz, תקות אגיש, hebr. Teil, S. J f.). 2) Genesis r. 23, 2, 222 Theodor. 8) Pesikta r. 43, J8J b. Friedmann.

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