Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
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Josephus. 43 rechtmäßigen Gattin um irgend einer Ursache willen (solcher Ursach en kann es verschiedene geben) will scheiden lassen, der soll ihr schriftlich die Versiehetung gehen, daß er künftig an sie keinen Anspruch mehr machen wolle. Dadurch erlangt sie die Erlaubnis, sich mit einem anderen Manne zu verehelichen, was sonst nicht zulässig ist“1). Josephus huldigt also ebenfalls der Anschauung der Schule Hillels, und zwar in ausdrücklicher Opposition zur schammaitischen Schule, denn er hält es für notwendig, hervorzuheben, daß es ״viele solcher Ursachen geben könne“. Indes hat auch Josephus lediglich den unmoralischen Wandel der Frau als gerechten und gebotenen Grund zur Scheidung betrachtet. Dies schimmert hervor aus der Erzählung über seine eigene Ehescheidung. Vita 76, § 427 sagt nämlich Josephus: ״Um diese Zeit trennte ich mich von meiner Gattin, weil mir ihr Wandel nicht gefiel, obwohl sie schon Mutter dreier Söhne geworden war . . . Bald darauf nahm ich eine geborene Jüdin2) aus Kreta zur Frau, die Tochter sehr edler und angesehener Eltern8), die, wie ihr nachheriges *) IV 8, 23 §. 253: vovatzö; Ss T7fc <Juvo&xou<r/)C ßoiAoasva; Sך/־vxl x.xö*> aaSvi TOLXUTXL ך ZV 0LVT0) *'pap Xxßoi yxp xv 0\)X ZOZZZOV. Auf diese Stelle werden wir bei der Fixierung der Formel des Scheidebriefes noch zurückzukommen haben• 2) Ein Priester darf keine Proselytin heiraten (Kidd. 77 a). Simon ben Jochai will die Ehe mit einer Proselytin, deren Übertritt vor Vollendung ihres dritten Lebensjahres erfolgt ist, gestatten (ebenda 78 unt.). Doch sagt Josephus Vita 76: ״Das Geschlecht der Priester ist unvermischt und rein erhalten. Denn wer des Priestertums teilhaftig ist, darf nur mit einer Landsmännin Kinder zeugen“. (Vgl. auch Arch. XI5, 3 Anf.) Ploß, Das Weib, 9. Aufl., I, 680: ״Die herrschende Klasse bleibt aber bisweilen bei der Endogamie, bei der Heirat unter den Stammesgenossen, um das edle Blut unvermischt zu erhalten. Und das kann sich soweit steigern, daß es selbst zu Heiraten unter Bruder und Schwester kommt4‘. Die Priester hatten strengere Ehegesetze als diejenigen, welche die nichtpriesterlichen Schriftgelehrten für sie vorschreiben. Josephus war in diesem Punkte wahr- •scheinlich Sadduzäer. TwOTQtJV XLTLX; (7w07wT.xl O XV TOL; aV0׳*ptt>7CO&; LULXGL aev 7:201 TOU [/.T,Ö£7wQT2 GUVs7vd2־TV OUTO); S^OUCLaV GUVOlXStV STSpO). Tw coTspov yxp 3) Siehe Kidduschin 4, 4: Man untersuche die Ahnenreihe der Frau