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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1911-01-01 · 34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911) · page 20

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
34. für das Schlujahr 1910-1911 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122108--5453-3126087
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Die jüdische Ehescheidung. $6 sollst nicht sündig machen das Land, das der Ewige, dein Gott, dir zum Besitz gibt“1). Das ganze Stück ist als ein Gesetz aufzufassen, in welchem die Wiederholung der Ehe mit der geschiedenen und dazwischen mit einem anderen Manne verheiratet gewesenen Frau verboten wird2). Die mosaische Gesetzgebung hat das Institut der Scheidung nicht eingeführt, sondern vorgefunden3). ״Die Tora spricht von dem, was gewöhnlich vorkommt“, wie der Talmud bemerkt. Dies ist auch hier der Fall. Es wird der ganze Vorgang der Schließung und Trennung der Ehe anschaulich beschrieben. Der Mann kauft (יקח) eine Frau, vollzieht mit ihr die Ehe4), er findet an ihr keinen Gefallen, denn er entdeckt an ihr ערות דבר, er schreibt einen Scheidebrief, er gibt ihn ihr, schickt sie aus seinem Hause, sie zieht weg, geht zu einem andern Mann, dieser haßt sie usw. Es ist Har, daß das Gesetz keinen Grund für die Ehescheidung fordert, sondern bloß den 1m Leben vorzukommenden Grund registriert. Da der Mann die Frau für Geld erworben hat und an ihr neben dem Weibe auch eine wertvolle Arbeitskraft besitzt, verstößt er sie nicht ohne jede Ursache. Diese Ursache ist mit ערות דבר ausgedrückt. Nach dem Zusammenhange kann dieser Ausdruck nur bedeuten, daß der Mann nach dem Vollzug der Ehe sich enttäuscht fühlt. Die Worte והיה אם לא תמצא חן בעיניו כי מצא בה ערות דבר sind nichts anderes als eine ausführliche Umschreibung des im 3. Verse gel) כי יקה איש אשד. ובעלה והיה אם לא תמצא חן בעיניו פי מצא בה ערות דבר וכתב לה ספר כריתת וגתן בידה ושלחה מביתו: ויצאה מביתו והלכה והיתד, לאיש אחר: ושנאה האיש האחרון וכתב לה ספר כריתת ונתן בידה ושלחה מביתו או כי ימות האיש האחרון אשר לקחה לו לאשה: לא יוכל בעלה הראשון אשר שלחה לשוב לקחתה להיות לו לאשה אחרי אשר הטמאה כי תועבה היא לפני ה, ולא תחטיא את■ הארץ אשר הי אלוהיך נתן לך נחלה. 8) So Dillmann (Exegetisches Handbuch) und Baentsch (Nowacks Kommentar) z. St. u. a. Die ersten drei Verse sind Vordersatz, V. 4 ist Nachsatz. Wenn V. I ein eigenes Gebot wäre, müßte es statt והיה אם heißen ולא, ferner statt ויצאה (V. 2) ואם תצא usw. 8) Müller D. H., Die Gesetze Hammurabis, Wien $903, S. $22. 4) So ist hier בעלה auzufassen, wie auch Proverbien 30, 2$: תחת שנואה כי תבעל ושפחה כי תירש גברתה, wo תבעל, wie im Neuhebräischen, nur den Geschlechtsakt bedeuten kann.

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