Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1910-01-01 · 33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910) · page 68

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3122061-3122110--5299-3125932
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

66 Die Sprache der Dichtungen. oder unregelmäßig ab, und zwar macht entweder das Arabische den Anfang1), oder die Anfangsstrophe ist hebräisch2). — 4. Die Doppelsprachigkeit gelangt innerhalb der Strophen zur Geltung. In besonders kunstvoll gegliederter Weise ist dies in zwei Gürtelgedichten (120, 121) der Fall. In den zweizeiligen Gedichten 58 und 90 ist stets die erste Zeile arabisch, die zweite hebräisch. Nr. 113 hat vierzeilige Strophen, jede Zeile besteht aus einem kürzeren hebräischen und einem längeren arabischen Teile; das Umgekehrte ist in 132 der Fall. Schibzis hebräische Diktion zeigt in erster Reihe den Einfluß der alten Dichter der spanischen Schule3), die auch in der Versbildung seine Muster waren. Als neues Element breitet sich im Wortschätze unseres Dichters die Phraseologie der Kabbala aus, deren Gedankengang und Begriffe in seiner Poesie einen großen Raum einnehmen. Im allgemeinen läßt sich in seinen Gedichten ein Unterschied zwischen der einfacheren, aber keineswegs trivialen Sprache der einfacheren Strophenformen und der manigfach gekünstelten Sprache der Gürtelgedichte wahrnehmen. Er ist hierin im Nachteile gegen Israel N a g a r a, weil dieser sich auch in künstlichen Strophenbildungen freier bewegen konnte, indem er sich nicht den Zwang des Metrums auferlegte, Schibzi hingegen in der Regel die Prosodie der spanisch-arabischen Schule anwendet, wie im nächsten Kapitel gezeigt wird. Mit diesem Umstande hängen auch manche Abweichungen von der grammatischen Korrektheit zusammen, die sich in Schibzis Gedichten finden. Eine für seine Sprache charakteristische Anomalie ist -0 י־י Gürtelgedichte: 56, 60, 60a, 73, 75, 76, 88, 94, 98, 102, 103, 104, lila, 123, 127, 141; in 107 sind die Strophen 1, 3, 6 arabisch, 2, 4 hebr., 5 aramäisch. — Andere: 57, 61, 74, 77, 80, 125, 126; in 87 (24 Strophen) wechseln regelmäßig arab. und aram. Strophen ab, die letzte ist hebräisch. 2) Gürtelgedichte: 66 (die letzte Strophe hebr.-arab.), 67, 70, 71, 72, 84, 86, 95, 100, 112, 117, 118, 129, 130, 134, 135, 137, 138, 139^ Andere: 62-65, 66a, 82, 83, 89, 91, 92, 93, 96, 108—111, 116, 119ל 122, 123, 133, 136. 3) Der in dieser Schule so beliebte Ausdruck נדוד als Bezelchnung des Verbanntseins, des Exils findet sich auch bei Schibzi häufig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.