Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 66)
- Language
- German
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Die Sprache der Dichtungen. 64 Jehuda Halevi befolgte mit diesem Verfahren eine Regel der arabischen Poetik seiner Zeit, die in dem ältesten bekannten Versuche, eine Theorie des Muwa§§ah zu schaffen1), sich findet, wonach »bisweilen die charga — der Schluß des Gürtelgedichtes— in fremdsprachlichen Worten abgefaßt ist«. Es ist mir nicht bekannt, daß Jehuda Halevis Beispiel hierin von anderen Dichtern der spanischen Schule befolgt worden wäre. Das dreisprachige Gedicht Jehuda Alcharizis2 3) gehört nicht hieher. Den jemenischen Jüngern Jehuda Halevis blieb es Vorbehalten, ein halbes Jahrtausend nach ihm in ihren Gedichten dem Arabischen die volle Gleichberechtigung mit dem Hebräischen zu gewähren und dabei weit über das Verfahren Jehuda Halevis hinauszugehen5). Von den 199 Gedichten Schibzis4) sind 56 hebräisch5), 52 arabisch, 91 gemischtsprachig6). Dieses Zahlenverhältnis7) zeigt, wie sehr unserem Dichter die Doppelsprachigkeit zu einem wesentlichen Elemente seines Dichtens geworden war. In seinem Geiste, in dem sowohl die neuhebräische Poesie des Judentums, als die arabische Poesie den mit Sternchen bezeichneten Nummern ist der Schluß nicht arabisch, sondern wahrscheinlich altcastilisch. *) Von Ibn Sanä almulk (st. 608 d. H.). S. Martin Hartmann, Das arabische Strophengedicht I, 48, 101. *) Tachkemoni, Pforte 11, ed. Kaminka, S. 112, 486. S. Kämpf, in der Frankelschen Monatsschrift. VI (1857) S. 220 ff. Über hebr.-pers. Gedichte aus späterer Zeit, s. ZDMG. LIII, 420. 3) Die im vorhergehenden Kapitel der Zeit vor Schibzi zugewiesenen jemenischen Dichter figurieren im Verzeichnisse zum Teil wohl als Verfasser hebräisch-arabischer und arabischer Gedichte; jedoch scheint erst mit Schibzi das Arabische in den Vordergrund gelangt zu sein. 4) Mein Verzeichnis schließt mit Nr. 188; doch sind zwölf Stücke nachher eingefügt und die betreffenden Zahlen mehrfach angewendet worden. *) Unter den hebr. Gedichten steht auch ein aramäisches (30), ferner ein in den ersten sechs Strophen hebr., in. den 7 Schlußstrophen aramäisches Gedicht (51). 6) in Nr. 87 und 107 ist als dritte Sprache das Aramäische angewendet. 7) Die unter den anonymen Gedichten stehenden Poesien Schibzis würden dasselbe wohl nicht ändern.