Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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48 Sälim b. Joseph Schibzi. Schibzi zum Verfasser haben, obwohl der Umstand, daß er gleichsam verschwenderisch mit seiner Namensbezeichnung verfährt, ein Vorurteil gegen die Verbindung anonymer Ge- Richte mit seinem Namen hervorruft. Daß Schibzi in T a i z z begraben ist, war schon oben erwähnt. Jakob Saphir berichtet: »Über seiner Grabstätte befindet sich ein großer Grabstein. Ihr zur Seite ist eine Höhle, sowie ein Tauchbad nebst einem Bethause, darin eine Thorarolle, von seiner Hand geschriebeif. Über seinem Grabe leuchtet eine ewige Lampe. In ganz Jemen gelten die meisten Gelübde der Juden diesem Wundertäter und seinem Bethause. — Auch bei den Nichtjuden ist das Ansehen Salim al-Schibzi’s groß. Die Juden ziehen, wenn sie von Krankheit oder sonstwie bedrängt sind, mit Gefährdung ihres Lebens zu seinem ׳ Grabe, um dort zu beten.« Saphir berichtet ferner, Schibzi sei an jedem Freitag durch das Wunder der »Wegverkürzung« von seiner jemenisehen Heimat nach dem heiligen Lande gekommen, um dort den Sabbath zu feiern, bald in Jerusalem, bald in Tiberias, Safed oder Hebron; nach dem Ausgänge des Sabbath sei er wieder heimgekehrt. Saphir behauptet auch, er habe eine eigenhändige Aufzeichnung des Dichters gesehen, in der er berichtet, was er in Jerusalem und was er in Safed gesehen habe. — Jene Legende beweist nur, welche Wunderwirkung man dem Kabbalisten Schibzi zutraute. Die heiligen Orte Palästinas hat er wohl nie gesehen. Sie werden in seinem Gedichte stets nur als Gegenstände seiner Sehnsucht erwähnt. Saphir gibt noch an, er habe Schibzis Schriften gesehen, schöne Gebete und kabbalistische Ausführungen enthaltend. — Bisher ist von diesen nichts zum Vorschein gekommen. Aber durch einen jemenischen Autor des 18. Jahrhunderts1) erhalten wir Kunde von einem Pentateuchkommentare, חמדת ימים betitelt, als dessen Autor er ד שלום שבזי nennt, der wohl mit unseren Dichter identisch ist. Der Diwan Schibzis, den Saphir gesehen hat, ist nur eine der jemenischen Liedersammlungen, wie sie *) Jachja Sälih in seinem Siddur-Kommentar (תכלאל, ed. Jerusalem), II, 74 b. S. Jewish Qu. R. XIV. 610.