Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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38 Sälim b. Joseph Schibzi. richte auf geschichtlichen Tatsachen beruht, läßt sich nicht erkennen. Jedenfalls bezeugt er das große Ansehen, dessen sich der Dichter schon bei Lebzeiten erfreute. Die Vertreibung aus Sanaa ist das einzige aus den Gedichten selbst bekannte Ereignis im Leben Schibzis, das Jahr . 1679, in dem es stattfand, die einzige chronologische Angabe, die wir über ihn haben. Wenn wir annehmen, daß Sch. damals bereits im reifen Mannesalter stand, so können wir sein Geburtsjahr um 1640 ansetzen. Es ist eine andere Frage, in welchem Teile Jemens seine Heimat war. Wenn wirklich sein Beiname Maschtäi1) auf seinen Geburtsort hinweist, der allerdings noch zu identifizieren wäre, dann könnte dieser im westlichen Jemen, etwa in dem zu Taizz gehörenden Gebiete gelegen sein. Jedenfalls hat Schibzi seine letzten Lebensjahre in Taizz verbracht und dort auch seine letzte Ruhestätte ge- fanden. So berichtet Jakob Saphir.2) So gehörte unser Dichter beiden Städten an, der im oberen Jemen gelegenen Metropole Sanaa und dem in der Nähe der westlichen Küste Süd-Arabiens gelegenen T a 1 zz. Deßhalb war es berechtigt, wenn ich das merkwürdige anonyme Gedicht, das sich in unseren Liedersammlungen findet (An. 201), unserem Dichter zuschrieb.8) Es ist ein Erzeugnis rein arabischen Geistes, ohne die geringsten Merkmale jüdischen Ursprunges. Ein Produkt ähnlichen Charakters ist ein anderes Rangstreitgedieht, das ausdrücklich den Namen des Dichters (Sälim) enthält (151). In ihm streiten Kaffee und Kät, die beiden vorzüglichsten Genußmittel Jemens, um den Vorrang. (Der Kät, eine jemenische Kulturpflanze, aus dem ein teeartiges Getränk 0 Ich bemerke, daß Günzburg in Nr. 101, Strophe 7 אלמשתאי als Verbum versteht und mit hebr. המקשיב erklärt. *) עיר מושבו וקבורתו בעיר טעיז עשרה ימים מצנעא תימנה שלשה ימים מעיר מוכה. Saphir schreibt unrichtig den Namen der Stadt mit ט (statt תעיז). In meinem Aufsatze »Zur Rangstreit-Literatur«, Melanges Hartwig Derenbourg, Paris 1909, S. 131—147) habe ich voreilig auf Grund der Angabe Saphirs Taizz die Vaterstadt Schibzi's genannt. *) S. den in der vorigen Anmerkung zitierten Aufsatz. Meine dortigen Mitteilungen über das Gedicht beruhen auf As und III; seither habe ich es auch in L. und M. gefunden.