Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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Die Liedersammlungen. 27~ 'Darstellung bildenden jemenischen Liedersammlungen betrach— ten.1) In jener alten Sammlung sind die Erzeugnisse der klassischen Zeit, die Dichtungen Jehuda Halevis und deranderen Dichter der spanischen Schule in der Mehrzahl. In* den späteren Liederbüchern treten die Dichter Südarabiens, _ von denen in den folgenden zwei Kapiteln die Rede sein wird,, mit neuem Inhalte und neuen Formen in den Vordergrund, obwohl auch von den älteren Dichtungen noch viele in treuer- Anhänglichkeit an das Überlieferte beibehalten werden. Außerden bereits genannten drei Dichter-Koryphaeen treten uns in den Sammlungen mit einer größeren Anzahl von Gedichten, noch zwei bedeutende Vertreter der neuhebräischen Poesieentgegen:2} Jehuda Aicha risi (nur in Al, B er, III) und Israel b. Moses Nagara. Die Gedichte des letzteren stammen meist aus der Sammlung זידרית ישראל. Ein Gedicht mit dem Akrostich Israel b. Moses (9) findet sich in* fast allen Sammlungen, erfreute sich also besonderer Beliebtheit in Jemen. Ich habe es aber in keiner der von mir untersuchten Sammlungen Nagara’scher Poesien3 > gefunden. Die jemenischen Liedersammlungen enthalten in der Regel keine Angabe über die Autoren der in ihnen enthaltenen Gedichte. Wo die Autorschaft nicht aus den Namens— akrostichon oder aus Angaben innerhalb des Gedichtes erkenn— bar ist, bleibt sein Urheber unbekannt. Daher die große Liste der anonymen Gedichte (in der dritten Abteilung des hebr.. Teiles), von denen nur den hebräisch-arabischen und ara— bischen zweifellos jemenischer Ursprung zuerkannt werden: muß, während für manche Nummer der hebräischen Anonyma , nichtjemenische Herkunft wird nachgewiesen werden können. *) Dasselbe gilt von M1, dem im Jahre 1635 geschriebenen jemenischen Rituale im British Museum (Or. 2398); s. den Katalog von Margoulioth Bd. II, S. 413 f, XXIII; ferner von Or. 2417 (aus dem, Jahre 1650), s. oben $.24, A. 1 und von Or. 2673 (aus 1663), s. Margol II, 428 b. — Der Siddur von 1674 (Or. 1479, Margol. II, 436), alsa^ aus der Zeit Schibzi’s, enthält keine שירות ותשבחות mehr, weil damals diese in besondere Sammlungen vereinigt zu werden begannen*. *) S. die vierte Abteilung des hetr. Teiles. 3) S. Revue des Etudes Juives LVIII, 241 ff., LIX.