Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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6 Vorwort. by 10 ni s c h e noder oberen Punktation wesentlich bereichert, da jene Handschriften -zuweilen auch im hebräischen Texte,1) aber durchaus für das Targum die babylonische Punktation anwenden und zwar diese in ihrer einfachen, ursprünglichen Gestalt. Die; jemenischen Juden waren diesen,aus den babylonischen Hochschulen öffenbar sehr frühe zu ihnen gelangten Vokalisationszeichen treu geblieben und fügten sich erst später, besonders unter dem Einflüsse des Ben-Aseher’schen Musterkodex, für den Bibeltext der Autorität der tiberiensischen Punktatiön. Aber für das Targum und für sonstige Schriften, in denen der hebräische Text punktiert wird (wie in den unten zu behandelnden Gedichten) hielten sie bis tief in’s 18. Jahrhundert an den babylonischen Vokalzeichen fest, das in der übrigen Judenheit seit Jahrhunderte verschollen war und erst durch die wissenschaftliche Forschung des 19. Jahrhunderts entdeckt werden mußte. Der T argumtext selbst, wie er sich mit babylonischer Punktation in den j einen ischeri Handschriften darbietet, zeichnet sich durch seine besondere Korrektheit aus.2) Auch die versweise Rezitierung des Targums bei der Vorlesung des Pentateuchs hat sich in den Synagogen Jemens bis zur Gegenwart erhalten. Die jemenischen B i b e 1 c 0 d ices brachten viel neue und wichtige Materialien zur Kenntnis der M a s s o r a. Die Literatur des ältesten M i d r a s c h verdankt den jemenischen Handschriften die Wiedererlangung verlorener Besitztümer, indem aus dem Midrasch Hagadol, einem Jalkut-artigen Kommentare zum Pentateuch emsige Forscherarbeit zwei tannaitische Midrasch werke (zu Exodus und Deuteronomium) in einem großen Teile ihres Umfanges herauszulösen vermochte — Der Einfluß des Gaon Sa ad ja auf die jemenischen Juden hat dauernde Spuren zurückgelassen, wie auch sein Name zu einem der am häufigsten gebrauchten Personennamen der südarabi- *) Handschriften des Pentateuchs mit Targum, in denen auch der Text mit oberer Punktatiön versehen ist, sind zfB< folgende Codices des British״ Museum: 2703, 2704, 2366, 2363, s. die Nummern 105, 108, 112, 113 im ersten Bande von Margoliouths Catalog. 2) S. Merx, Ghrestomathia Targumica, 1838; ferner die Ausgabe des Targums zu Josua und Richter, nach jemenischer Überlieferung durch Praetorius (1899, 1900).