Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Vorwort. 5 an dem jüdischen Schrifttum war durch nichts bezeugt, weder was die Verbreitung desselben unter ihnen, noch was ihre eigenen literarischen Hervorbringungen betrifft. Aus der älteren Zeit war nur der Marne eines einzigen ihrer Gelehrten bekannt geworden und auch der stammte aus Aegypten; Jakob b. Nathan ae״l Alfaj j u mi, der Veranlasser des oben erwähnten Trostschreibens Maimunis. In dem Gelehrtenbericht Asulais findet sich der Name eines einzigen aus Süd״ arabien stammenden Schriftstellers, der aber in Palästina lebte und zu den Schülern ßezalel Aschkenasis und Chajjim Vidals gehörte. Es ist Salomo A d e n i, der, wie Asulai berichtet, seine Laufbahn in Sanaa begann.1 2 * *) Nach dem Erscheinen der Reisebeschreibung Jakob Saphirs und der Bekanntwerdung der jemenischen Handschriften wurde Südarabien plötzlich zu einer sehr beachtenswerten Provinz der jüdischen Literatur- Forschung. Es erwies sich, daß jene Abgeschlossenheit8), die Jemen aus dem Bewußtsein der jüdischen Diaspora fast ganz verdrängt hatte, nur eine einseitige gewesen war. Wenn auch die Juden Jemens nichts zur Förderung des Geisteslebens der jüdischen Gesamtheit beigetragen hatten, so hatten sie doch fortwährend die Einflüsse jenes Geisteslebens erfahren und verarbeitet. Und die Denkmäler dieser Einflüsse, die in den jemenischen Handschriften zu Tage traten, bereicherten die Forschung mit den bedeutsamsten Entdeckungen. Das Schrifttum der jemenischen Juden hatte gerade wegen ihrer Abgeschlossenheit in vorzüglicher Weise konservierend gewirkt, etwa so wie die aethiopische christliche Literatur für die Erhaltung einiger aus dem Griechischen übersetzten jüdischen Apokryphen. Zunächst was die biblische Wissenschaft betrifft, wurde durch die südarabischen Handschriften die Kenntnis der ba- *) שם הגדולים, ed. Benjacob, I 170 (vgl. Steinschneider, Catal. Bodl. Col. 3276): ותהלתו מערי ודמן מעיר אוזל ש^רין כגעא, (st. בנעא I. צנעא). Der Mischnakommentar Adenis — מלאכת שלמה — ist jetzt in der Rom'schen Mischnaausgabe (Wilna 1909) erschienen. 2) Niebuhr meldet, die Juden Jemens hatten keine alten: Hand- Schriften, sondern nur gedruckte Bücher aus den Officinen von Venedig und Amsterdam (Ritter, -Erdkunde, 12. Teil, S. 829.)