Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 73)
- Language
- German
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70 Zu Leos Biographie. lemik die Rede. Die Disputiersucht des Klerus erzeugte im siebzehnten Jahrhundert eine aüzureiche judenfeindliche Literatur in Rom.1) Zu dem Werke des Fra Pietro Bel-Occhio über die Absolution bei der Beichte schrieb Leo ein Lobgedicht.2) Nr. 175 unserer Ausgabe ist ein Sonett auf den Dominikaner Vincenzo Comonyno Raguseo. von dem ich gegenwärtig nichts zu sagen weiss. Eine ausführlichere Besprechung verdienen die Werke zweier hervorragender christlicher Hebraisten, zu denen Leo in freundschaftlicher Beziehung gestanden hat.3) Der ältere ist »Marco Marini Bresciano Canonico Regolare della Congregazioni di S. Salvadore«. Er schrieb eine hebräische Grammatik (Basel 1580) und ein hebräisches Lexikon 1593, von dem bald die Rede sein wird. Gregor NIII. betraute ihn mit der Expurgation rabbinischer Werke und setzte ihm ein Jahresgehalt aus. Die ihm angebotene Bischofswürde lehnte er jedoch ab. Er starb plötzlich in Brescia 1594, im Alter von 53 Jahren.4) Die Expurgation des Talmuds, die die Ausgabe Basel 1578—81 zeigt, ist sein b Berliner II, 2 p. 71. 2) Divan Nr. 401:לא יכלתי להתאפק לבקשת אח טוב לישראל לעשרת לר שיר זה בשבח חבור לאטין שהדפים על דבר הודוי שלהם איזה חטאים יכרל למחרל להם כל מודה ואיזה מהם צריך ללכת להנמון.או אפיפיור ושם האח פרה פייטרו ביל אוקייו. Beachte [לאטי, nicht נוצרי (cf. p. 23, n. 1.) 3) Über die Beziehungen zwischen gelehrten Juden und Christen in Italien siehe Abrahams 419 ff. Elia Menachem Chalfon schrieb 1545 in Venedig: מותר ללמוד תורה לגוי ודוקא לשון הקודש ופשטי הכתובים אבל לא סודות התודה (Kaufmann in JQR. IX, 500—508; Weiss* Katalog 156, 1.) Die Kirche war hiemit nicht einverstanden, denn 1592 wurde in Rom den Juden verboten, Christen Hebräisch, Singen, Tanzen, Musik und anderes zu lehren, überhaupt bei ihnen etwas zu lernen (Vogelstein-Rieger II, 185 oben). — Leo lehrte 1635—1636 Louis Eselin, einen französischen Edelmann am Hofe des Königs von Frankreich, italienisch und »andere Sachen« (Autobiogr. Corr. III, 247). 4) Tiraboschi, Storia della Letteratura Italiana, Roma 1784, tom. VII, parte II, p. 415. Eine ausführliche Biographie schrieb sein Confrater Gianluigi Mingarelli, die Tiraboschi erwähnt. Diesen Hinweis verdanke ich der Freundlichkeit des Herrn Professors Weikert in Rom, der mir auch über das Wörterbuch Marinis und über Plantavitius Aufklärungen gab.