Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1905-01-01 · 28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905) · page 22

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3122061-3122100--4574-3125448
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die poetischen Stöcke. ]Q seiner 8. Makarne mit dem Ausdruck *אלמוד נב auf Al-Motanebbi anspielen soll.1) Kaufmann hat für eine Gattung hebräischer Dichtungen die Bezeichnung Echogedichte vorgeschlagen und begründet dies mit folgenden Worten : »Diese Bezeichnung dürfte sich nämlich für jene Gattung von Liedern als die denkendste erweisen, in denen das Schlusswort jeder Verszeile wie die vom Echo zurückgeworfene Antwort auf das vorletzte Wort des Verses sich anhöri Abgesehen von der Kunst des durchgehenden das ganze Gedicht hindurch festgehaltenen und daneben noch in jeder Zeile zweimal auttretenden Reimes, erscheint die Schwierigkeit dieser Gattung dadurch fast unüberwindlich, dass die an Zahl geringen Fälle für die Möglichkeit dieser Klangspielerei dem Dichter von vornherein die Hände bindet Und doch sehen wir die Sinn und Gefühl scheinbar lähmende und ausschliessende Form gerade für die Elegie mit Vorliebe gewählt. Ist doch für den Ausdruck des Schmerzes der Vers, in dem eine geheime Stimme, wie draussen in der Natur das Echo, in die austönende Klage einfällt, die geborene Kunstform! Die Geschichte dieser Dichtgattung ist noch nicht geschrieben. Sicher aber ist, dass sie lange in Gebrauch und Anwendung gestanden haben muss, ehe Josef b. Salomo Ibn Jachja am Anfang des 14. Jahrhunderts sich entschloss, für seine Elegie auf den Tod Salomon lbn Adrets sieh ihrer zu bedienen.«2) Wie hätte er sich gefreut, wenn ihm die Klage Leos auf den frühen Tod seines Stiefbruders Abraham Parenzo bekannt geworden wäre.3) Er hätte bei ihm Sache und Namen zugleich gefunden. Leo leitet nämlich seine Klage mit der ausführlichen Beschreibung ein, wie er sich in die freie Natur begab und wie er da Vorfähe sieht, die an sein Unglück erinnern. Nach dieser Einführung in Prosa folgt eine allgemeine Klage und nachher die Be- Schreibung seines Kummers über die Verheerung, die die Pest in seiner Familie angerichtet. Seine Stimmung wird *) Jahrbücher VIII, 43 f. 2) Zeitschrift für Hebräische Bibliographie I, 22 f. 3) Nr. 26, p. 27-31. 2*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.