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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1905-01-01 · 28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905) · page 21

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
28. für das Schlujahr 1904-1905 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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18 Pie poetischen Stücke. jähriger Jüngling hat er auf seinen frühverstorbenen Lehrer eine Elegie gedichtet, die gleichzeitig hebräisch und italienisch klang.1) Es ist — um das Kind beim rechten Namen zu nennen — ein Kalauer grossen Stils, der damals, am Ende des 16. Jahrhunderts, in der venezianischen Nationalpoesie in hoher Blüte stand. »Pour se faire admirer des femmes ä qui ils adressalent leur vers langoureuse, les poetes allaient ä la chasse des calembourgs les plus bizarres«2) Leo war eben auch hierin ein Kind seiner Zeit. Dieser Klangstil ist freilich nicht nach dem G eschmack unserer Zeit, doch muss zugestanden werden, dass ihn Modena mit Takt handhabt. Mit wenigen Ausnahmen, wo die Künstelei zu arg getrieben wird, kann der hebräische Stil Modenas auch heute noch als Muster gelten. Seine Schriftensammlung hat also nicht lediglich historischen Wert, denn für verschiedene Arten von Formularen bietet sie ein willkommenes Vorbild und kann demnach auch didaktischen Zwecken dienen. IV. Die poetischen Stücke. Zuvörderst ist hier eine Eigenheit Modenas kurz zu besprechen. Wie schon erwähnt, ist er ein Freund von Wortklängen. Mit besonderer Vorliebe macht'er in seinen Epitaphien Anspielungen auf die Familiennamen mittels ihnen ähnlich lautender hebräischer Worte. In Nr. 175 ahmt er den Namen eines Dominikaners Comonymo nach mit den augenscheinlich mcht getreu erhaltenen Worten תקום־־עמו. Er war in diesem Punkte nicht originell, denn die paronomasierende Darstellung nichtjüdischer Namen ist sehr alt. Schon bei Ibn Gabirol findet sich in einem Gedichte ארז די^ת für Aristoteles.3) Brüll glaubt eine solche Nachahmung bei dem im Anfänge des 14. Jahrhunderts lebenden italienischjüdischen Dichter Immanuel de Ferino zu finden, der in ף II 36 n. 2. 2; Molmenti, La vie privee ä Venise, Venise 1882, p. 346. 3) Geiger, Salomon ben Gabirol 125-127.

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