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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 189

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 189 (sequence 197)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122088--4220-3125327
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Urform der Buchbesehaffung. Buchbestellung beim Schreiber. 189 Litteratur existirte, selten gewesen sein, da man mit ihrem Inhalt durch mündliche Vorträge'bekannt wurde und nur ausnahmsweise wird der eine oder der andere sich eine Abschrift genommen haben. Sicherlich kam es auch vor, dass man sich eine Abschrift durch einen Schreiber anfertigen liess, wie das Beispiel Baruch's lehrt, der dem Autor selbst das Schreiben besorgte. Noch in nachbiblischer Zeit wird die Verbreitung der Bücher in derselben Weise stattgefunden haben. In dem Briefe der palästinensischen Juden an die ägyptischen heisst es in der bekannten und vielfach behandelten Stelle, in der von den Büchern, die Juda der Makkabäer gesammelt, die Red 2 ist: ״Solltet ihr etwas davon brauchen, so lasst es euch holen“ (II Makkab. 2, 15) d. h. um davon eine Abschrift zu nehmen. Der erste Buchhändler war also der Abschreiber selbst, der das gewünschte Buch auf Bestellung abschrieb. Es ist mir aber kein Beispiel einer solchen Buchbestellung aus vortalmudischer Zeit bekannt. Im Talmud hingegen finden sich mehrere Belege, die in anderem Zusammenhänge schon herangezogan worden sind. Eine Rekapitulation wird nicht überflüssig sein. Die alte Weise der Buchbeschaffung durch Bestellung beim Sofer, wie es bei Synagogenrollen bis auf den heutigen Tag üblich ist, finden wir noch im 3. Jahrhundert in Palästina1) und im 4. in Babylonien2). Dass der Schreiber zugleich der Verkäufer war, ist aus den Seite 94 ’ n. 6 citirten Stellen ersichtlich. Merkwürdigerweise wird nur von einem Nichtjuden berichtet, dass er ohne Bestellungheilige Bücher anfertigte und sie feil bot3), die die Gelehrten zu kaufen gestatteten.. Sie verboten hingegen, Nichtjuden solche zu verkaufen4). In heidnische Hände ge* 13 Oben 25 n. 1, wo 60 a in 54 b unten zu verbessern ist. Es wird daselbst auch ein Fall erwähnt, dass der Schreiber die Gottesnamen nicht mit der nöthig־en Weihe geschrieben hatte (,אזכרות שלו לא כתבתי לשמן), wodurch die Torarolle unbrauchbar wurde. 2) 88 n. 7 Ende. 3) 91 n. 8 und 4. 92 ף n. 1.

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