Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 171)
- Language
- German
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Groldrollen. 163 richtig wäre, ■'was' sie aber nicht ist, dann hätten wir hier einen Beleg für das Uebergolden der Schrift. Die Unkenntniss der Geschichte der Goldschrift führt den scharfsinnigen Historiker zu gewagten Kombinationen, auf die einzugehen der Rahmen unseres Themas uns verbietet. Wenn man bedenkt, dass im Heiligthum Gold bei den heiligen Opfergeräthen und auch sonst in reichlichem Maasse zur Anwendung kam und dass die Belegung der Phylakterien mit Gold erwähnt und verboten wird* 1), ,wird man nichts Auffallendes in dem Bestreben finden, das Heiligste, die Tora, mit Gold zu schreiben. Es liegt ferner gar kein Grund vor gegen die ausdrücklichen Angaben der Tradition und des Aristeäsbriefes und gegen das Zeugniss der allgemeinem Geschichte des Schriftwesens2) anzunehmen, dass nur die Gottesnamen mit Gold geschrieben waren und dass nur solche Exemplare verboten wurden, ״weil die glänzende Auszeichnung des Gottesnämen für eine Zurüksetzung des übrigen Toratextes angesehen wurde“3). Die übrigen Schreibstoffe, mit denen geschrieben wurde4), können wir, da sie für das Buchwesen nicht von Belang sind, übergehen. Manches Interesse dürften indessen die Schriftarten beanspruchen, weshalb sie hier kurz besprochen werden mögen. Die Schrift konnte in die Schreibdifficulty. The expression צלי) in the Talmudic dialect, signifies a pateh. The golden letters of God’s name would thus have been written charaeters, covered with gold plating into alto relievo“. 1) ־Megiiia 4, 8 (Sanh 48 b); ציפן זהב ונתנה על בית אונקלי שלו הרי זו דרך החיצונים♦ Nach manchen Komentatoren wurde nicht das Gehäuse, sondern die Schrift selbst mit Gold belegt. Beachte, dass diese Sitte für eine ״fremde“ erklärt wird und vgl. auch Sukka 8, 8: א, ר, .מאיר מעשה ״ באנשי ירושלים שהיו אוגדין את לולביהן בגימוניות של והבdie Jerusalemer banden um ihre Feststräusse goldenes Flechtwerk“. 2) Vgl. auch Pauly-Wissowa III 958. ו 3) Löw a. a. O.; cf. auch Müller, Masechet Soferim (Leipzig 1878) Seite 17. ■ ־ 4) Man schrieb mit Getränk, Fruchtsaft, Wegstaub, Schriftstaub (אבל סופרים)/ geronnenem Blut, geronnener Milch etc. (Mischna Sabb. 12, 5; Tosifta Gittin 2, 3 320!; ob. 16 n. 2). 11*