Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 169)
- Language
- German
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י. Goldrollen. 101 säischen Schriftgelehrten machten dem sadducäischen Hochadel auch in diesem Punkte Opposition. Das wiederhölte Einschärfen, sich nur der Tinte zu bedienen1), beweist zur Genüge, dass auch andere Schreibmittel, mithin auch Gold, im Gebrauche standen. Die Gesetzeslehrer gehen in ihrem Eifer für das Dejo (Tinte) so weit, dass;sie behaupten, die Namen auf den Edelsteinen des hohenpriesterliehen Brustschildes (Exodus 28, 15—21) seien mit Tinte geschrieben worden. Man zeigte dann den Steinen den Schamir und sie spalteten sich von selbst2 * * * * *). Dieser Eifer erklärt sich so hier, wie sonst, nur aus der Bekämpfung einer verbreiteten und tief eingewurzelten Gewohnheit. Aus demselben Grunde tadelte Hieronymus, vielleicht unter jüdi« schem Einfluss, diese Luxusexemplare bei den Christen. Der hohe Preis solcher Rollen gestattete diesen Luxus nur sehr reichen Leuten. Minder Bemittelte begnügten sich mit Exemplaren, in denen nur die Gottesnamen mit Goldlettern geschrieben waren. Eine Baraitha lehrt: ״wenn nicht mit Tinte geschrieben wurde, oder wenn die Gottesnamen mit Gold geschrieben wurden, müssen die Schriften verborgenu d. h. dem öffentlichen Gebrauche entzogen werden8). In dem aus alten Quellen schöpfenden Traktat Soferim heisst es: ״Man darf nicht mit Gold schreiben. Es kam vor, dass alle Gottesnamen der Tora der Alexandriner mit Gold geschrieben waren. Die Sache wurde den Schriftgelehrten vorgelegt und sie erklärten, die Rolle müsse ver- *) Die Tinte kommt in der Mischna und im bab. Talmud etwa 40 Mal vor. Vgl. die 156 n. 1 angegebenen Stellen und auch *Säbb. 115 b und 133 b. * 2) Sota 48 b: ידהדא, אבדם. הללו(שבאפוד והשן) אין כותבין אותן בדיו משום שנאמד פתוהי חותם, ואין מפרטץ עליהם באיזמל משום שנאמר במלואותם אלא כותב עליהם בדיו ומראה להן שבדר מבחוץ והןנבקעות מאליהן כתאינה זו ובו, Scha?ni7‘, eigentlich Diamant, ist nach dem Talmud ein Geschöpf, das Aschmedai, der Daemonenfürst, dem Salomo brachte, und bei dessen Anblick sich alle Steine von selbst spalteten (cf. Löw I 181—183 und Levy IV 579 b). 3) sabb. 103 b unten: או שבתב שלא בדיו או שכתב את האזכרות בזהב הרי אלו יגנזו. 11