Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 159

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 159 (sequence 167)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
85% known words query
IRI
…/3122061-3122088--4190-3125297
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Goldschrift., 159 Sachen ist es keinem Paläographen und Kulturhistoriker eingefallen, die Nachricht des Josephus oder richtiger seines Gewährsmannes in Zweifel zu ziehen. Nur ein moderner Theologe, dem das Misstrauen gegen seine Quellen zur Natur geworden, kann schlankweg behaupten, Aristeas habe mit der Goldschrift geflunkert. Swete sagt nämlieh: ״The story of the rolis being written in letters of golcl and sent to the King by the High Priest may be dismissed at once; it belongs to the picturesque setting of the romance“1). Abrahams theilt diese Meinung wohl nicht, giebt aber zu, dass der-Verfasser des Ariteasbriefes sich geirrt haben könne, denn nur die Gottesnamen waren mit Gold geschrieben2}. Er folgt hierin der Ansicht L. Löw's3}, die aber, wie gleich gezeigt werden soll, nicht stichhaltig ist. Die Goldschrift ist erwähnt in Schir rabba zu 1, 11, wo es heisst: ״die Goldreihen das ist die Schrift, mit den Silberpunkten das ist die Liniierung“4}. Die Realität dieser Deutung wiederspiegelt auch der Zug, dass nicht Gold allein, sondern zugleich die Anwendung von Silber vorausgesetzt ist, wie es thatsächlich nach verbürgten Nachrichten in ausserjüdischen Kreisen der Fall war. Dass die Peschita Goldrollen gekannt hat, sieht man aus der Seite 46 citirten Uebersetzung zu 5;לילי זהב Hohelied 5, 14. Diese Deutung dürfte jüdischen Ursprungs sein, wenn sie auch in keinem Midrasch enthalten ist. leicht Verwechselung mit einer Anleitung zur Goldmacherei“. W. 152. Das wird nicht vorauszusetzen sein, denn Goldschrift 2md Membrana gehörten, wie wir sahen, zusammen. Sveton raureis litteris Jovi Capitolino dicata“ von den Gedichten des Nero (Nero c. 10) bei W.; Jul. Capitolinus, Maxim, c. 4 : Cum grammatico daretur, quaedam parens sua libros Homericos omnes purpureos dedit, aureis litteris scriftos'* bei B. 114 n. 1. *) 1, c. 22. 2) Jewish Quarterly Review XIV 340 f. s) Graphische Requisiten I 162. 4} Vgl. oben 143 n. 2 und Steinschneider, Vorlesungen über die. Kunde hebräischer Handschriften, Leipzig 1897, p. 13 n. 52 und p. .25

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.