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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 158

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 158 (sequence 166)
Language
German
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158 Schrift und Schreiben. also die auf alle Fälle mindestens um 150 Jahre ältere Quelle des Josephus citiren können, zumal er die Möglichkeit iif s Auge fasst und zu begründen sucht, dass die Goldtinte eine jüdische Erfidung sei1). Ob dies thatsächlieh der Fall ist, lässt sich nicht entscheiden, sicher ist nur soviel, dass Aristeas der erste ist, der der Chrysographie Erwähnung thut. Die Glaubwürdigkeit dieser Nachricht zu bezweifeln, liegt kein Grund vor, denn der Gebrauch der Goldschrift war im Alterthum stark verbreitet, und zwar sowohl in jüdisch-christlichen als in heidnischen Kreisen und behauptete sich auch noch im Mittelalter2;. Dass sie eine orientalische Erfindung ist, macht der Umstand wahrscheinlich, dass es ״für ihre Anwendung auf »Charta, dem Schreibstoff des Römerreiches, kein Zeugniss gibt“3 4;. Sie kam zumeist bei den heiligen Schriften der Christen zur Anwendung: ״reichere Leute unter den Christen übertrugen allerdings ihre Prunkliebe auch auf die [Bibelcodices]; man wandte purpurfarbenes Pergament auf, Goldschrift und kostbare Steine; die geistliehen Autoren aber nehmen Gelegenheit diese Verweltlichung zu tadeln. Solche Prachtbibeln sind uns in Resten noch erhalten“*). Es fehlt aber auch nicht an Belegen für die Chrysographie in heidnischen Kreisen: ״Goldschrift war schon in Alterthum beliebt“5 6). Angesichts dieser That- * 1j Graphische Requisiten I 161 f.; auch Wattenbach 112 und, soweit ich sehe, alle nichttheologischen Autoren kennen nur den Josephus. 2) Wattenbach 251 ff.; 358; 417: ״eine eigene Ahtheilung bildeten die Xpu<76ypajp°1“. 3; Birt 504. 4 ״) Birt 108, wo Hieronymus epist. XVIII ad Eustacbium; epist. 107, 12 Yall. und praef. in Job. citirt wird. Auch Chrysostomos VIII S. 188 ed. Bened.: oti £pu:0T$ zyjoi ypapiyoc<7tv Ueherall hier ist von Bibeln die Rede. 6) Wattenbach 251 f. citirt viele Stellen: Der auf ein svTSpov Äpax,0VT0; geschriebene Homer, von dem oben I 1 gegen Ende die Rede war, hatte Goldschrift. ״Cliarax erklärte das goldene Vliess jjlsSoSov sivai ypu<70yoa<pfac pispißpavat; £p.7üSpL£1'Xrl[J1jX£vrJv, doch ist das viel-

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