Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 165)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/3122061-3122088--4188-3125295- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Goldschrift. 157 mit ursprünglicher, sondern nur mit aufgefrischter Sehr i f t1). Wenn jemand am Sabbath über eine Schrift schrieb, war er straffrei; wer aber mit Tinte über rothe Farbe oder mit rother Farbe über Tinte geschrieben hat, der ist straffällig2). Die normale Schreibfarbe war die Tinte3), jedoch ist Angesichts der häufigen Erwähnung anderer Schreibfarben die Möglichkeit, dass auch Bücher oder Theile derselben oder einzelne Worte, z. B. Initialen oder dgl., mit ihnen geschrieben wurden, nicht von vornherein zu bestreiten. Die scharfe Betonung der Tinte lässt es sogar für wahrscheinlich erscheinen, dass mit anderen Schreibfarben geschriebene Exemplare vorhanden waren. Es wird sich damit so ver־ halten, wie mit der Goldschrift, die vom Talmud ebenfalls verboten wird und doch gab es solche Bibelexemplare. Die Frage der Goldschrift liefert einen neuen Beleg für die Hyperkritik, die sich in der biblischen Wissenschaft breit macht. Der Aristeasbrief erzählt in der oben (Seite 13) in extenso mitgetheilten Stelle, die Gesetzbücher, die der Hohepriester dem ägyptischen König Ptolomäus Philadelphus geschickt hatte, um aus ihnen eine griechische Uebersetzung anfertigen zu lassen, seien mit Goldlettern geschrieben gewesen4). Jasephus entnimmt seine diesbezügliehe Nachricht fast wörtlich dem Aristeas5), Löw hätte *) Vgl. oben 109. 2) j. Gittin 44 b 21 und j. Sabb. 13 d g. E. des Abschn. בתב על גבי בחב פטור (שבת 2.5!) .... והוא שכתב דיו על גבי דיו או סיקרא על גבי סיקרא אבל בתב דיו על גבי מיקרא או מיקרא על גבי דיו חייב ... משום מוחק ומשום בותב; vgl. b. Gittin 19 a. 3) Beim Einritzen in den eigenen Leib verwendete man Tinte und Schminke. Makk. 3, 6: עד שיכתוב ויקעקע בדיו ובכחול ובכל דבד שהוא רושם (cf. Chuiiin 47b כוחלא — דיותא). 4) Wendland § 176 (bei Kautzsch, Apocryphen und Pseudepigraphen d. A. T., II 19); Thackeray p. 549 (bei Swete, Introduetion to the O. T. in Greek): ׳S1<pä*spat;, sv cti$ 7j youod'SGix YsypyjmsvT) ^p0(70ypa<pbc TOtC ,IouXstötOTs YP ö) Archaeologie XII 2, 11 (III 87 Zeile 19 Niese): xal vöv Sicp^spcnv, alt; syY^P^P1^00^ £^Xov vopiou? y?