Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 164)
- Language
- German
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156 Schrift und Schreiben. Vorbedingung ihrer Heiligkeit1). Die Worte des Hoheliedes ״Schwarz wie der Rabe“ bedeuten die Buchstaben2 3). ״Geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit des lebendigen Gottes Geist, nicht in steinerne Tafeln, sondern in fleischerne Tafeln des Herzensft3). Die Urtora, die Moses von Gott empfangen, war ganz Feuer; die Schrifthaut weisses Feuer, die Tinte schwarzes Feuer, die Nähte Feuer, versiegelt mit Feuer, umwickelt mit Feuer4). Ein Gleichniss: Wenn ein König von Fleisch und Blut sich eine Frau angelobt, bringt er den libellar und die Tinte und den Kalamus und die Urkunde und die Zeugen; hat sie sich vergangen, bringt sie alles, genug, dass der König ihr sein Hand- Zeichen zum Scheidebrief giebt5). Der Stoff, auf den geschrieben wurde, konnte wurmfrässig werden oder in Fäulniss übergehen oder wie ein Sieb werden und die Schrift verwischt oder durch Schmutz verdunkelt werden. Solange aber beim Scheidebrief das Abbild bestehen blieb, so dass er lesbar war, behielt er seine Geltung6). Bei Büchern wurde der verblassenden Tinte durch Ausbesserung nachgeholfen, es gab mithin keine ural te n K o d i c e s vitriol in Gebrauch gewesen zu sein.“ Ich kann hier nur das wiederholen, was ich von den verschiedenartigen Schreibstoffen gesagt habe : sie waren schon im Alterthum Ueberlebsel aus älteren Kulturepochen. ג) Siehe p. 19 n. 3; 20 n. 1; 35 n. 1; 113 n. 4 (schöne Tinte); 154 n. 2; Machzor Vitry 653. 2) Oben p. 143 n. 3. 3) II Korinth. 3, 3; cf. II Joh. 12. 4) j. Schek. 49a und j. Sota 22a; Schir r. zu 5, 11; Exod. r. 47 g. E. u. sonst (cf. Löw, Graphische Requisiten I 169 f.; Bacher, Agada der pal. Amoräer I 386 n. 3. 4). Bemerkenswerth ist, dass Deut. r. c. 3 auch gesagt wird התורה ... וחתומה באש ומלופפת באש (cf. oben 36 f.). 5) Jochanan ben Zakkai (blühte um 50) in Tosifta Baba Kamma 7, 4 (358!): [Handzeichen] לבלר, דיו, קולמוס, שטר, כתב היכר יד שלו. 6) Tosifta Gittin Ende: נימוק או שהרקיב או שנעשה ככברה כשר נימחק או ניטשטש ובבואה שלו קיימת אם יכול לקרות כשר ואם לאו פסול♦ Vgl. Schir. r. zu 8, 9 (8 a): מה צורה זו אעפ״י שהיא מטושטשת מקומה דכר*. Megiiia 18 b: היו בה אותיות מטושטשות או מקורעות אם רישומן ניכר כשרה ואם לאו פסולה. Tos. Kelim 11 4, 13 (583ד) vom Spiegel ....מראה נטשטשה אם מראה רוב הפניב.