Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 163)
- Language
- German
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Tintenarten 155 werth ist, das R. Meir ein Zeitgenosse und in weiterem Sinne auch ein Landsmann des Philo Byz. war1), nach dessen Bericht Kupfervitriolwasser und Pergament mit einander Zusammenhängen. Die Tinte, welcher Metall beigemischt ist, hat den Vorzug, dass sie in den Schreibstoff eindringt und nicht verlöscht werden kann, aber den Nachtheil, dass sie die Unterlage durchfrisst. Wenn also R. Ismael dem R. Meir die Anwendung mit Kupfervitriol vermischter Tinte verbot, dachte er eben an diesen Uebelstand2 3), was er so ^.usdrückte: die Tinte muss ab wischbar sein, wie es, bei der Eifersuchtsrolle von der Tora vorgeschrieben wird. Verfehlt wäre es hieraus zu schliessen, dass die Tinte, mit der in Palästina die Bücher geschrieben wurden, nicht dauerhaft war. Es ist nämlich nur gemeint, die Tinte sei in frischem Zustande ablöschbar, wie es der Priester that, der die Eifersuchtsrolle schrieb und sofort abwusch, was bei Chalkantumtinte, die sich sofort in das Pergament einätzt, nicht der Fall ist^). Freilich konnte die Schrift der gewöhnlichen Tinte eher verblassen, aber diesem Uebelstande wurde durch stetige Korrektur d. h. Auffrischung der Tinte gesteuert. Gewöhnlich wurde mit Tinte geschrieben4), und bei den biblischen Schriften ist die Schreibung mit Tinte eine Kupfervitriol als Schreib Stoff bekannt war, neu war in dem Verfahren des R. Meir nur, dass er es der Tinte beimischte. R. Ismael (oder R. Akiba) verbot ihm dies, denn ״Tinte muss eine ahlösehbare sein“ (cf. 154 n. 2). 4) Oben 153 n. 3, 2) Der Vorwurf, den Löw 1. c. dem alten Talmudlehrer macht, ist ganz unbegründet, denn alle Talmudisten. leitete das lobenswertho Bestreben, die Bibelexemplare je länger zu erhalten. 3j Die babyl. Amoräer erklären die Worte des R. Meir mit guter Sachkenntnis: ich habe nicht zu befürchten, eine Fliege werde sich auf die Ecke des Daleth (אתגי דדליח Krönlein des D.) setzen und sie verwischen,״ so dass aus ihm ein Resch wird, denn ich habe ein Mittel, das Chalkantum heisst, wodurch die Tinte so scharf wird, dass sie sofort in den Schreibstoff eindringt (Sota 20 a; Erubin 13 a). 4),flerzfeld sagt (Handelsgeschichte der Juden 313): ״Als wirkliehe Tinten scheinen mir nur dejo, Gummiwasser und die aus Kupfer-