Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 161)
- Language
- German
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Tintenarten. 153 dem Schwamm konnte man die Schrift vertilgen, daher spongia deletilis .... Natürch liess die Schrift sich um so leichter ab waschen, je frischer sie war; daher will Martial (VI 20) mit dem eben vollendeten Buch gleich auch einen Schwamm schicken, um wenn es nicht gefalle, es ganz zu tilgen . . . . Der mittelalterliche Schreiber dagegen konnte den Schwamm nicht dazu gebrauchen; er musste radieren und die radierte Stelle mit Kreide glätten «... Als Bestandtheile des citramentum librarmm giebt Plinius1) Russ und Gummi an. Marcianus Capelia erwähnt zuerst die Galläpfel2): gallamm gammeosque commixtio ״ . . . Doch haben auch die Alten schon metallische Tinte gehabt, welche daran kenntlich ist, dass Schwefelammonium darauf wirkt3). Eine Mischung von Kupfervitriol und Galläpfeln soll am häufigsten sein . . . Die Veranlassung zu dieser Neuerung war, dass die früher gebräuchliche Tinte auf dem Pergament nicht gut haftete4; Was hier von der Tinte der Alten gesagt wird, gilt auch für die Tinte der alten Juden. ״Das talmudische De jo war in keinem Falle eine flüssige Tinte, sondern eine feste Tusche, die man, um damit zu schreiben, wie andere Färbestoffe, erst einw eichen und flüssig machen musste5). Den Hauptstoff zu dieser Tusche lieferte der Russ . . . Zur Bereitung der feinsten Tusche nahm man Ölruss, am beliebtestsn war der Russ des Olivenöls. Um den Russ in eine zähe, pechartige Masse zu verwandeln, bediente man ף Hist. Nat. XXXV,1 6. cf. Vitruv. VII, 10. 2) 1. III § 225 p. 25S ed. Kopp. 3) Ch. Graux : L’encre ä base metallique dans l’antiqiüte. Bevue de Philol. Janv. 1880 p. 82—85. Nach Philo Byz. im 2. Jahrh. n. Chr. u. Origenis Philosophoumena sei anzunehmen, dass man Galläpfel und Kupfervitriol seit dem Gebrauch des Pergaments anwandte. Dafür spreche auch das Experiment. In der Tinte der Pompej. Wachstafeln sind Spuren von Kupfer. 4) Wattenbach, Schriftwesen des Mittelalters, 3. Aufl., 233 ff. Durchgefressen hat die alte Tinte im St. G aller Virgil, ib. 236, Anm. 5. 6) Sabb. 1, 5; Tos. ib. 1, 21 (111, Zeile 11) : 11;אין שורין דיו Ende (1261אהד נותן את הדיו ואחד נותן את הידם ואחד נותן את הקלקנתו£2 : (ג.