Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 160)
- Language
- German
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102 Schrift und Schreiben. Alterthum um so weniger befremden, als Schreibeschwärze schon den alten Aegyptern bekannt war1״). Nur soviel kann' unseres Erachtens aus der Betonung des Schreibens mit Tinte auf Leder geschlossen werden, dass damals auch noch die ältere Schreibweise mit dem Griffel auf feste Stoffe nicht ungewöhnlich war2). In der biblischen Litteratur findet sich über unsere Frage sonst keine Angabe, umso reichlicher fliesst die Tradition. Da wir uns nicht mit dem Schriftwesen im Allgemeinen, sondern nur insofern es mit dem Buchwesen zusammenhängt, beschäftigen, werden wir diese Frage nicht ausführlich behandeln3). Wir schicken einige Citate voraus, die wir WattenbaclFs oft angeführtem Werke entnehmen. Mancher Punkt wird hierdurch, wie wir glauben, in ein helleres Licht gerückt werden. ״In alten Handschriften ist die Tinte schwarz oder bräunlich, immer von ausgezeichnet guter Beschaffenheit .... Griechisch hiess sie uiXav <p YpaoojJisv, ypouputöv av, [xs^avtov; man unterscheidet davon jjLsla.vTrjpua die Schuhschwärze. Ebenso benannten die Römer sie von der Farbe atramefitum, welches als librarium von dem atramentum sutorium unterschieden wurde .... Man benutzte aber auch den Saft des Tintenfisches, sepia . . . . Nach der Bereitung, ob mit oder ohne Feuer, unterschied man syz.au<jT0v und aTspapivov .... In ältester Zeit wurde die Tinte gauz wie jede andere Farbe behandelt, wie noch jetzt im Orient. So heisst es bei Demosth. de corona p. 313 1 76׳/iXav Tp^stv. Sie liess sich dann auch leicht wieder abwaschen. (ipsEa; tov SazTulov bc toü GTopiaTo; Str/Xsi'j/s T7jV Sbc/;v ׳tü4 כיHyT^ovG;4). Athenaeus IX p. 407. Mit x) Löw, Graphische Requisiten I 145. 2) Löw meint, Baruch ״spricht von diesen Schreibmaterialien wie von allgemein gekannten und benutzten Gegenständen“. 3) Es sei im Allgemeinen auf Löw verwiesen, unsere Darstellung wird manche Ergänzung bringen. ־ 4) Benetzte im Mund den Finger und wischte damit die Schrift ab. Vgl. auch Sueton. Vita Caligulae 20. scripta sua spongia linguave delere.