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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 151

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 151 (sequence 159)
Language
German
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…/3122061-3122088--4182-3125289
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f Schrift und Schreiben. Tinte. 151 alle alten Kulturvölker, bei denen die Kunst des Schreibens und die Lust zum Lesen viel verbreiteter war, als man nach den mittelalterlichen Zuständen anzunehmen geneigt wäre• Aus dieser Bewunderung ist die bedeutsame Rolle, welche beschriebene Zettel und B.uchstabengruppen im Zauber aller Völker spielten, herzuleiten. In ältester Zeit hat man, wie aus den älteren Bezeichnungen für Schreiben und aus dem Gebrauche des ehernen Griffels (oben S. 9) hervorgeht, zum Schreiben keinen Farbstoff gebraucht* 1 2). Die Tinte wird zum ersten (einzigen) Mal. Jeremia 36, 18 erwähnt : ich schrie b au f d.a s Buch mit Tinte 2בךיז^ Das Schreiben mit Farbstoffen dürfte י3תב - verwandt mit כתם (etwas bedecken), bedeuten3). Wenn diese Etymologie richtig ist, dann wäre der Gebrauch der Tinte so alt wie die Bezeichnung כתב. Wird aber auch diese Etymologie nicht, angenommen, lässt sich aus der verhältnissmässig späten, eigentlich nur zufälligen Erwähnung der Tinte nicht schliessen, dass sie früher unbekannt war. An der citirten Stelle wird nämlich vom Dejo wie von etwas bekanntem gesprochen. ״Was in Sonderheit das Dejo betrifft, so kann dessen Gebrauch im höhern jüdischen Beide werden auch konkret gebraucht für Schriftstück (Urkunde, Brief) : כתב Ezech. 13, 9; 1 Chr. 28, 19; 11 2,10; 35, 4 (ומכתב V כתב); Neh. 7, 64; Dan. 10, 21; Ezra 2, 62; 4, 7 (פתשגן הכתב ־, (כתב הנשתון Esther 4, 8; 3, 14; 8, 13. In den letzteren Fällen ist כתב zum Fremdwort der Verdeutlichung wegen hinzugefügt. מכתב als Konkretum nur beim Chronisten II 21, 12; 36, 22'(= Ezra 1, 1); 35, 4. Es ist demnach Jesaia 38, 9 höchst wahrscheinlich מבתם statt מכתב zu lesen. מכתם Psalmen- Überschriften 16. 56—60 in מכתב zu emendireD, wie manche wollten, geht nicht, denn מכתב ist erstens viel zu prosaisch und zweitens wäre es nach der bekannten Begel nicht in das dunklere מבתם verschrieben worden. Bei בתב fand der Bedeutungswandel vom Konkreten zum Abstrakteh, bei מכתב hingegen der vom Abstrakten zum Konkreten statt. 1) Die Benennungen des Schreibens bedeuten in den meisten alten Sprachen: graben, schneiden: YpiostV, scribere %tc. Wattenbach 261 ff. 2) Lagarde, Ges. Abhandlungen 32, leitet דייו aus dem Iranischen her. 3) Siehe die Wörterbücher und oben Seite 11.

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