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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 136

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 136 (sequence 144)
Language
German
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IRI
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136 Kolumnen und Ränder. des «Corpus Inscriptionum Semiticarum“ durchgeblättert, die Zeilen der meisten grösseren Inschriften durchgezählt und finde, dass die Zeile zwischen 20—42 Buchstaben variirt, in der Regel circa 30 Elemente enthält. So z. B. die 4-zeilige Stele von Carpentras (phönicisch, Corpus J. S. II 144); die nabatäische Inschrift C. J. S. II 225 (Nr. 198, 30—35 Lettern); die ebenfalls nabatäische Inschrift C. J. S. II 227 (Nr. 199, 30—32 Lettern L Zeile 40). Die aramäische Inschrift von Teman (II 109) zeigt 20 —22 Buch, staben per Zeile, von den zwei aramäischen Papyrusfragmenten (II150 und 152) zeigt die kleinere 24, die grössere, von der keine einzige Zeile vollständig erhalten, circa 40. Die Eschmunazar-Inschrift (C. J. S. I Nr. 3) gehört zu den monumentalsten und variirt zwischen 45 (Zeile 2) und 55 (Z. 18); Citiensis (I Nr. 88) zwischen 36 und 44. Chwolsons Corpus Inscriptionum Hehraicarmn bietet keine Analogien. Am wichtigsten sind ohne Zweifel von unserem Gesichtspunkt die moabitische Stele des Königs Mescha und die hebräische Siloahinschrift. Der Mescha- Stein hat, mit Ausnahme der ersten 3 Zeilen, wo in Folge der Rundung des Steines nicht die ganze Breite der Schreibfläche zur Geltung kommt, 34—36 Elemente; ebensoviel auch die Siloahinschrift. Da diese letztere in den Fels eingehauen, die Zeilenlänge also nicht von der Enge des Materials bedingt ist, dürfte man aus diesem Thatbestande den Schluss ziehen, dass circa 36 Buchstaben die Normalzeile der Monumente füllten. Ich möchte jedoch auf Grund einer flüchtigen Untersuchung keine fixen Behauptungen aufstellen und will mit dem Vorstehenden nur die Frage der Zeilenlänge in den Inschriften und ihr Verhältniss zur Buchzeile angeregt haben. Wahrscheinlich ist die Monumental-Zeile eine längere als die Buchzeile. Wohl giebt es in unserem Bereiche keine ägyptischen Papyri und keine Herculanensischen Rollen, aber der religiöse Konservatismus und der orientalische Stabilismus ersetzen einigermassen den Mangel an uralten Kodices. Es darf angenommen werden, dass die alten Bibelhandschriften auch in Bezug auf ihre äussere

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