Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Origen 2× ep/1025440
- Homer 1× ep/1025156
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Normalzeile in biblischer Zeit. 120 Zeile war die Buchform, d. h. insbesondere die Breite der Einzelpagina bisher eingerichtet. Diese Zeilenlänge und diese Seitenbreite ist nun also unverändert von der Prosa recipirt worden . . . Und sie hat sich so unverändert vom Zeitalter eines Hekataeos bis zu dem Justinianischen forterben können. Die Zeilen- und Seitengrösse, die an der Schwelle aller klassischen Litteratur durch die erste Auf- Zeichnung Homer’s fixirt worden war, hat der Weltlitteratur über ein Jahrtausend hindurch Dienste gethan und sie ihr erst an dem Ausgange des Alterthums selbst ge־ kündigt“1). In der althebräischen Litteratur giebt es wohl keine Hexameter, aber doch poetische Schriften, deren Zeilenlänge der Inhalt begrenzt. Die Bücher Psalmen, Spräche und Job (ספרי אמת) werden seit uralter Zeit stichisch geschrieben, welche Sitte Origenes, sicherlich nach dem Vorbilde der hebräischen Exemplare, auch in die LXX eingeführt hat2). Es liegt nun nahe, diese Stichen als die ältesten Zeilen zu betrachten und anzunehmen, dass sie den Maassstab für die Raumzeilen abgegeben haben. Da Schreibstoff und Abschreiberlohn bei Poesie und Prosa dieselben 1) Ib. 205. 2) Birt 180. Hieronymus übertrug־ die kolometrische Schreibung auch auf die Propheten (ebenda). Sicher ist, dass Origenes dem jüdischen Vorbild gefolgt ist, es fragt sich also, ob dies nicht auch bei Hieronymus der Fall war? Zwar kennt die Masora keine kolometrische (poetische) Schreibung (= כתבה כשירה) der Propheten, sie kann also nicht allgemein üblich gewesen sein. Indess ist eine vorübergehende, partielle Sitte nicht ausgeschlossen. Beachtenswerth ist namentlich die folgende Midraschstelle, in welcher חרודם (Hl. 1, 11) auf die Propheten gedeutet wird : יהודה ברבי אימי־ נ א ו ו לחייך בתורים זו התורה, צ ו א ר ך בחרוזים אלו הנביאים תורי זהב אלו הכתובים עם נקודות הכסף זה שיר השירים מלה חתומה ומלה מסיימה (Schir r. zur St. 22 b Wilna). Die Worte מלה חתומה ומלה מסיימה sind dunkel (vgl. die Komm). Es sei eine Vermuthung gestattet. תורי זהב ist vielleicht auf Goldexemplare der Hagiographen, vorzüglich des Psalmbuches, bezogen und נקודת הכסף auf solche Goldrollen des Hoheliedes, in •denen jedes Wort durch Silberpunkte abgetheilt und hervorgehoben war (מלה חתומה ומלה מסיימה). Vgl. über die Goldschrift weiter II 3. 9