Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 134)
- Language
- German
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126 Kolumnen und Ränder. tigt1), denn die Schriftgelehrten entlehnten diesen Theil ihrer Spekulation auf alle Fälle der Praxis d. h. der in ihrem Gesichtskreis vorhandenen Bibelrollen. Aus Talmud und Midrasch sind mir sonst keine Daten bekannt, aus denen auf Höhe und Breite der Kolumnen irgendwelche Schlüsse gezogen werden könnten. Im nachtalmudischen Traktat Soferim jedoch, der aus Palästina stammt und dessen Bestimmungen, wie man noch konstatiren kann, zum allergrössten Theile den palästinischen Quellen der Tradition entnommen sind, findet sich eine Angabe, die, wie der Name des in ihr vorkommenden Tannaiten Jose ben Jehuda zeigt, spätestens aus der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts stammt. Es ist nur Zufall, dass der ursprüngliche Fundort nicht erhalten ist. Die Baraitha lautet: ״Die Breite der Kolumne sei nur sogross, dass sie überblickt werden könne [d. h. dass das Auge beim Lesen nicht abirre, w^enn es vom Ende der Zeile zum Anfänge der folgenden zurückkehrt], bei einem kleinen Exemplar sei sie nicht schmäler als eine Handbreite; R. Jose b. Juda sagte: sie sei nicht schmäler denn drei Fingerbreiten. Die Hälfte der Länge sei nicht grösser als die Breite und die Breite nicht grösser als die Hälfte der Länge, sondern stets halte sie die Mitte2״). Die wichtigere und sicher alte Vorschrift ist die erste. Wir haben sie nach der gewöhnlichen Auffassung übersetzt, wonach dieselbe sich auf die Breite bezieht. Ein Missgeschick waltet über der Stelle; im Original steht nämlich שיעור (= Maas), das ebenso gut die Höhe wie die Breite der Kolumne bedeuten kann. Auf uns macht die Stelle den Eindruck, als bezöge sic sich auf die Höhe. Wenn dies der Fall wäre, ג) Die heilige Schrift wurde auch anders gelesen als andere Schriften. Vgl. j. Berachoth 8 a unten vom selbstverfassten neuen Gebet: רבי אבהו בשם רבי אלעזר ובלבד שלא יהא כקורא באגרת. 2) Soferim 2, 8. 9: שיעור הדף בדי שיהא רואהו ובקטן לא יפחות מטפח ר" יוסי בר׳ יודה אומר לא יפחות מג׳ אצבעות. לא יעשה חצי ארבו יתר על רחבו ולא רחבו יתר על חצי ארכו אבל ממצעו(מאמצעו). Das darauf folgende ועושה אותו מן המובחר gehört schon zum nächstfolgenden Paragraphen.