Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 109)
- Language
- German
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Tempelexemplar. 101 gar nicht reden. Hebräische Pentateuche gab es auch in Alexandria, ganz besonders bevor eine griechische Ueber- Setzung existierte, was Aristeas ganz gut wusste. Die Exemplare ״mit Abweichungen vom ursprünglichen Texte“ können selbstverständlich nur hebräische und in Alexandria vorhandene gewesen sein. Wendland citirt von Diels als Erklärung: ״nicht der wirklichen Aussprache gemäss (also ohne Vokale) notiert״. Demnach müsste der ursprüngliche Text mit Yokalen versehen gewesen sein (!?). Auch die Worte ״denn königliche Fürsorge hat ihnen bis jetzt gefehlt״ zielen deutlich darauf hin, dass die zugänglichen Texte unzuverlässig sind, man muss sich also an den Hohepriester wenden, der diesen Büchern Fürsorge angedeihen liess, um einen Müsterkodex zu erhalten. Die zweite Stelle bestätigt ebenfalls, dass es sich um einen zuverlässigen Text gehandelt hat. Der König schreibt an den Hohepriester: ״Du wirst gut thun und meinen Eifer belohnen, wenn du aus jedem Stamme sechs ältere Männer von gutem Leumund auserwählst, die das Gesetz kennen und zu übersetzen verstehen, damit nach der übereinstimmenden Meinung der Mehrzahl der Wortlaut festgesetzt werde Handelt es sich doch um die Untersuchung wichtiger Dinge״ (§ 39). Es hat sich also um eine Festsetzung des griechischen Wortlautes gehandelt, womit auf die früher erwähnten Abweichungen angespielt wird. Aristeas wird demnach an einen im Tempel auf bewahrten, unter amtlicher Fürsorge angefertigten und stehenden Musterkodex gedacht haben. Wenn der Brief unecht ist, ist er in diesem Punkte noch beweis« kräftiger. Denn der König mag falsch berichtet worden sein, aber der Verfasser wird doch wohl über den Hauptpankt seines Themas orientirt gewesen sein. Die Musterkodices des Tempels werden in der jüdi־ sehen Tradition oft genug erwähnt, und zwar als etwas allbekanntes. Am interessanten ist jene Nachricht, die von drei in der Tempelvorhalle gefundenen Torakodices Kunde giebt. Der eine׳ Kodex hiess ספר מעיין, der zweite ספד&גטושי, der dritte ם5ר לייא♦ Der erste Name stamme daher, weil in