Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 106)
- Language
- German
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98 Urexemplar der Tora. und das Urexemplar sei mit schwarzem Feuer auf weissem Feuer gründe geschrieben gewesen1). Man konnte sich also nur eine weisse Rolle mit schwarzer Tinte beschrieben als eine Tora vorstellen. ״Moses schrieb 13 Torarollen, eine für jeden Stamm und eine für den Stamm Levi, damit dieser, wenn ein Stamm irgend etwas aus der Tora tilgen wollte, sein Exemplar vorzeige und es aus ihm korrigire442). Das Exemplar des Levi ist dasjenige, das in der Bundeslade lag und als Musterkodex diente. ״Moses legte eine Torarolle in die Lade, damit sie, wenn jemand etwas fälschen w’ollte, hervorgeholt werden könne3״). Diese Agada ist auf alle Fälle für die Zeit ihrer Urheber charakteristisch. Vor dem babylonischen Exil hat Jeremia die heiligen Schriften vor Verbrennung gerettet4), nach der Rückkehr aus demselben Ezra wieder hergestellt5). Bei den grossen Verdiensten, die sich Ezra nach allgemeiner Anschauung der späteren Zeit um die heilige Schrift erworben, ist besonders auffallend, dass Sirach 49,13 Nehemia besingt, Ezra hingegen mit Stillschweigen übergeht. Es müsste denn sein, dass der priesterliche Verfasser in erster Reihe die Verdienste um den Tempel für preiswürdig hielt, während die späteren, 1j Vgl. weiter II 3. 2) Pesikta Buber 197 b: שלש עשרה תורות כתב משה וכוי, שאם בקש אהד מן השבטים לעקור דבר אחד מן התורה, יהא שבטו של לוי מוציא ספר תורה שלו ומגיהו מתוכו. Maimonides las dies im Sifre, was Buber ohne Grund in Abrede stellt. 3) Deut. 1-. Ende משה שם ס״ת בארון שאם יבקש אחד לזייף : וילך בדבר שיהיו מוציאים את ס״ת שבארו;. 4) Eichhorn, Einleitung, 3. Auflage, I p. 20. 5) Zur Einleitung 48 ff. Isidor Origg. VI 3 bibliothecam veteris testamenti Esdras renovavit. Ueber das Autograph des Ezra bei den Dominikanern vgl, Wattenbach, SchriftwesenS 112 und Steinschneider, Vorlesungen über die Kunde hebräischer Handschriften 9 n. 32. — ״Zufolge einer von Munk mitgetkeilten Nachricht soll in der ״Synagoge der Syrer“ in Mur bei Kahira einst ein Pentateuch vorhanden gewesen sein, der — gewiss ebenso ohne Grund — allgemein für ein Autographon des Esra galt“ (Herzfeld, GesHiichte des Volkes Jisrael, 2. Ausgabe I 128).