Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 99)
- Language
- German
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Hebräische Bibeln bei Heiden und Judenchristen. 91 jüdischer Sitte hat der Patriarch, in dessen Seele die römischen Grausamkeiten des Hadrianischen Krieges (132— 135) unauslöschlich eingeprägt waren, stark übertrieben; nur dieser eine Zug, dass jeder Schulknabe sein eigenes Buch hatte, kann keine Uebertreibung sein, denn dieses wird als etwas Bekanntes und Selbstverständliches hingestellt. Der Anfangs des 3. Jahrhunderts blühende R. Chija kann sich den Unterricht der Schulkinder nicht anders denken, als dass jedes sein Buch hat1). Biblische Schriften befanden sich nicht nur in jüdisehen, .sondern auch in heidnischen Händen. ״Man darf von Heiden keine Bücher, Phylakterien und Mezuzoth zu höheren Preisen als ihr Werth ist, kaufen, wegen des Gemeinwohls2 ־). Im normalen Werthe dürfen diese Sachen von ihnen gekauft werden ״nur müssen sie vörschriftsmässig geschrieben sein. Es kam vor, dass ein Heide in Sidon Bücher schrieb, und die Gelehrten erlaubten von ihm zu kaufen3״). Es gab auch eine entgegengesetzte Meinung, nach welcher von einem Heiden zu kaufen verboten war4). rinn auf clie jüdischen, so machten andere Kaiser auf die christlichen und die rechtgläubige Kirche auf ketzerische Schriften Jagd (Birt 369). Das erste Opfer waren auch hier die Juden. Der römische Statthalter UrsicinusT mit dem die Juden schlechte Erfahrungen machten (vgl. die bei Ivrauss, Lehnwörter II 134 a verzeichneten Stellen), hat die Tora der Cenabrier verbrannt: הדא׳ארהקייס אוקיד אורייתא דצנבראי (j. Meg. 74a 7.). Ueber die Lage des Ortes siehe Neubauer Geographie 215. Ursieinus hat die Gesetzesrolle sicherlich wegen Nichtzahlung der Steuer verbrannt. Beinerkenswerth ist, dass a. a. O. in der Frage מהו לקרות בספל ברבים, das Wort ספר im Gegensatz zu אורייתא ein einzelnes Buch des Pentateuchs (חומש) bezeichnet. ג) Kethub. 103 b (oben p. 30 eitirt). ף Gittin 4> 6: אין לוקחין ספרים תפלין ומזוזות מן הגויים יותר על כדי דמיהם מפני תקון העולם. 3) Tosifta Aboda Zara 3, 7. 8 (46330) : לוקחי] מן הגוי ספרים ת״ומ־ ובלבד שיהו כתובין כתקנן. ומעשה בגוי אחד שהיה כותב את הספרים בציידן ובא מעשה לפני חכמים והתירו ליקח הימנו. statt כותב bietet j. a. z. 41 a 14 מוכר, er war also ein Buchhändler. Wahrscheinlich Schreiber und Buch- Ländler, in einer Person, wie in der klassischen Welt der librarius. 4) Jer. ib. (cf. Gittin 46 a): תני גוי שמוכר םת״ומ אין לוקחין הימנו.