Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 97)
- Language
- German
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••Privatexemplare.■ 89 ״ Lesen wurde die Schrift abgenützt, weshalb Bücher durch Versiegelung gegen unbefugte Leser geschützt wurden, wie am Ende des 1. Kapitels bemerkt worden. Die Römer verfuhren bei ihren Büchern ganz so, wie der Talmud es fordert. ״Ausserdem war es dringend nöthig, wie Seneca1) *hervorhebt, die Bücher nicht lange unaufgeröllt liegen zu lassen: andernfalls klebten sie zusammen; man musste sie periodisch öffnen und ausschütteln“2). ״Findet man ein Buch [am Sabbath] auf dem Felde, sitze man dabei und behüte es; wenn es Nacht geworden, nehme man es und trage es nach Hause; zur Zeit der Gefahr (= Hadrianische Verfolgung) lässt man es liegen und geht weiter; regnet es, hülle man sich um mit einem Fell und kehre zurück, es zu bedecken“3). Da die Tradition nach der bekannten Regel von alltäglichen Fällen zu sprechen pflegt, sind diese Bestimmungen ein neuer Beweis dafür, dass man ein Toraexemplar bei sich zu tragen pflegte, es konnte also Vorkommen, dass es auf dem Felde verloren wurde. ״Wenn im Zimmer, w׳o man schläft, ein Kasten voll mit Büchern sich befindet, stelle man ihn zu Häupten und nicht zu Füssen des Bettes“. ״Führt man יקראו שלשה בברך אחד ולא יפתה בספר יותר משלשה דפין סומכוס אומר בחדשים אהד לשלשים יום; ähnlich j. b. m. 8 a 8. Die Miscima i!>. 2, 8 lautet so : מצא ספרים קורא בה; אהד לשלשים יום, ואם אינו יודע לקרות גוללן אבל לא ילמוד בהן בתחלה ולא יקרא אחר עמר, im b. Talmud z. st. (29 b) ת״ד השואל ס״ת מחברו לא ישאילנו לאחר פותחו וקורא בו ובלבד שלא ילמוד בו בתחלה ולא יקרא אחר עמו, וכן המפקיד ס״ת וכוי סומכוס אומר בחדש ל, יום בישן י״ב הדש ר״א בן יעקב אומר אחד זה ואחד זה י״ב חדש. Was der Talmud dort sagt: תפלין בי בר חבו משבח שכיחי ספרים לא שכיהי* ist so zu verstehen, dass Bücher bei den Schreibern nicht fertig zum Kaufe vorliegen; dies bezieht sich aber nur• auf einen bestimmten Ort im Anf. des 4. Jahrhunderts in Babylonien. Bachrach, אשתדלות עם שדל I 194 f., hat hieraus und aus. dem Verbote, in einem gefundenen Buche zu eigenem Nutzen und nicht zu dem des Buches zu lesen, voreilig auf Seltenheit der Exemplare geschlossen. *) Epist. 72, 1 : situ cohaerent, subinde executi debent. 2) Birt 366. ף Tosifta Erubin 11,15 (15326): המוצא ספר בשדה יושב עליו ומשמרו וכף. Bei ספר ist in erster .Reihe an eine Tora zu denken.