Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 77)
- Language
- German
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Theilscliriften. m Als Resultat ergiebt sich, dass trotz des allgemein anerkannten Verbotes einzelne Stücke aus der Bibel für Kinder abgeschrieben wurden, mithin Bibelfragmente in Umlauf waren. Diese Theilschriften werden, da sie in der Regel, wie die angeführten Belege lehren, von den Schullehrern, die zumeist gleichzeitig, wie ihr Name (סופר) zeigt, Schreiber waren, angefertigt wurden, korrekt gewesen sein. Es ist nicht ohne Interesse zu wissen, dass die altgriechische und später die hellenistisch-römische Sitte auch in diesem Punkte die gleiche war. Dziatzko schreibt: ״Die Texte, welche nach Plat. Prot. 325 E die Lehrer ihren Schülern beim Unterricht vorlegten, waren gewiss zum grossen Theii von ihnen selbst oder von ihren Sklaven geschrieben“* 1). Da die Bibel ״mit Weihe geschrieben“ werden musste und die Sklaven religionsgesetzlich nicht für gleichwerthig geachtet wurden, waren von Sklaven herrührende Exemplare gewiss sehr selten. Da aber religiöse Vorschriften vom Leben auch bei den alten Juden manchmal negligirt wurden, ist die Existenz von Sklaven geschriebener Ganz- oder Theilbücher nicht von vorneherein zu leugnen!92 n. 3). Bruchstücke entstanden auch durch Abnützung vollständiger Bücher. ״Ist ein Buch verrissen, aber 85 Buchstaben, wie viel Numeri 10, 35. 36 (das für ein eigenes, Numeri in drei Bücher theilendes Buch angesehen wurde2), enthält, können noch zusammengeklaubt werden, verunreinigt es die Hände; eine Rolle hingegen, auf welche blos 85 Buchstaben, wrie in Num. 10, 35. 36, geschrieben ׳chen gegen die Erklärung, nach welcher die Terbenther die ZerschneL düng einer Torarolle gefordert hatten, damit ihre Kinder in den zerschnittenen Stücken lesen können. Eher wird von Pausen beim Vorlesen die Rede sein. Levy I 374 b citirt 65 (statt 75); Neubauer. Geographie du Talm. p. 418 glaubt, der Lehrer habe R. Safra geheissen. 1) Pauly-Wissowa, Real-Encyelopädie der classischen Alterthums־ Wissenschaft III 965 unten. 2) Sabbath 115 b unt. Masoretische Untersuchungen 42.