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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 54

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 54 (sequence 62)
Language
German
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54 Umfang ■der Bücher. Jesaia II in die Mitte der Kolumne gerieth, war jede Spur seiner Selbständigkeit verwischt. Ueber die Autorschaft des II. Jesaia wollten die Kanon- Sammler nichts aussagen. Man kann sogar billig bezweifeln, ob sie über die Autoren der ״ersten Propheten“, d. h. der Bücher Josua, Richter, Samuel und Könige etwas aussagen wollten. Während nämlich bei den Prophetenschriften der Name des Autors an der Spitze des Buches erscheint* entbehren die genannten vier historischen Bücher jeder Aufschrift. Hätten die Kanonsammler diese Schriften einzel- * nen Verfassern zueignen wollen, dann hätten sie das irgendwie angedeutet, zumal bei Richter und Könige, wo aus dem Inhalt auf einen Autor nicht geschlossen werden kann. Wenn Samuel und Könige ursprünglich Ein Buch gebildet haben, wie oben nachzuweisen versucht worden, dann hat auch für das Samuelbuch jede Andeutung der Verfasserschaft gefehlt. Indem ich für diesen wichtigen Punkt der Kanonsgeschichte auf meine Schrift ״Zur Einleitung“ 31 ■ff. verweise, bemerke ich hier nur, dass in den hebräischen Schriften ältester Zeit weder Titel noch Verfasser genannt zu werden pflegten. Der erste, der dies that, war der Siracide, der sich in seinem Werke zwei Mal, am Anfang und am Schluss, als Autor nannte. Ein althebräisches Buch hatte weder von innen noch von aussen einen Titel1). Es wird bei anderen Völkern und Litteraturen auch nicht anders gewesen sein. Die Hauptsache ist der national-heilige Inhalt, Verfasser und Buchname erscheinen erst mit der Litteratur, die viele Bücher kennt und von einander unterscheiden muss. So geschah es auch mit der biblischen Litteratur. Als Schriften in grösserer Anzahl sich ansammelten, war die Nothwendigkeit der Auswahl und Namengebung ein getreten. Die Prophetenbücher erhielten damals ihre gegenwärtigen Aufschriften. Wahrscheinlich standen sie, ג) Privatexemplare entbehrten auch in der Blüthezeit der klassisehen Litteratur nicht selten der Ueberschrift, da diese sich für den Be* sitzer aus der Erinnerung ergab. PW. III 968.

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