Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3122061-3122088--4068-3125175- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Schreibstoffe. 37 Theiien bei mehreren Gelegenheiten geoffenbart wurde. Dies wird so ausgedrückt: ist die Tora r o 1 Le nweise (d. h. in kleineren Stücken) oder versiegelt gegeben worden*). Der Ausdruck * 2תורה חתומה) versiegelte Tora ist nur aus der Gewohnheit des Schreibers, das fertige Exemplar versiegelt zu übergeben, verständlich. Es muss also eine Zeit gegeben haben, wo die versiegelte Rolle als das Bild des voll*־ ständig fertigen Buches erschien. Das Siegel war bei biblischen Schriften vielleicht auf dem geknoteten Faden angebracht. 1 . 2. Form der Bücher. Sowohl die jüdische als die nichtjüdische Welt hatte im Alterthum die Bücher in Rollenform3). Unter Buch (ם?ר) stellte man sich ausschliesslich eine Rolle vor, wie das grossartige Bild des Jesaia lehrt: ״Der Himmel rollt sich zusammen wie das Buch“ (34, 4)4). Job will sich die Streitschrift seines Gegners als Krone um das Haupt winden (31, 35. 36). Der Ausdruck Buchrolle (מגלת ספר) findet sich jedoch erst bei Jeremia (c. 36), und bedeutet die unbeschriebe ne Rolle. Auch Ezechiel, der eine ihm entgegengestreckte Hand sieht, die eine ״Buchrolle“ hält, gewahrt erst, als die Rolle vor ihm ausgebreitet wird, dass sie von beiden Seiten beschrieben sei (2, 8. 9). Er nennt sie aber schon vorher Buchrolle. Der Psalmist (40, 8) fügt zum Ausdruck ״Buchrolle“ hinzu, sie sei beschrieben. ף Gittin 60 a תורה מגלה מגלה נתנה — תורה חתומה נתנה. Die Kontroversanten sind Joehanan und Simon ben Lakisch, indess dürfte die Meinungsdifferenz älter sein als die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts. ף Kaschi bemerkt hiezu: גמורה ומסויימה ושלימה. 3) Ueber das klassische Alterthum vgl. Wattenbach, Das Schriftwesen im Mittelalter3, S. 150: ״Die. Rolle ist im Alterthum die gebräuchlichste, gewesen“. Birt, Das antike Buchweseu, 14 ff. und sonst. 4) Birt sagt p. 180: ״Kocli enormer ist gedacht die Prophezeiung vom jüngsten Tage : ׳tots 01 oüpavot co; ^ocpTiov svc'Ari'&'üGOVTat“. Es ist ihm entgangen, dass diese Worte aus Jesaia stammen. Ygl. das Bild vom Himmel als Schreibstoff, oben S. 34.