Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/3122061-3122088--4063-3125170- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
32 Schreibstoffe. es im palaest. Talmud1). Ganz merkwürdig ist die Fischhaut als Schreibmaterial. Die Mischna spricht von Fischhaut wie von alltäglichem Zeug2). Ein Gesetzeslehrer wirft nun die Frage auf, ob Phylakterien auf. Häuten von reinen Fischen geschrieben werden dürfen? Der Befragte antwortet: wenn der Prophet Elia kommen und sagen wird. Hierauf wird eingewendet: was soll Elia entscheiden? Etwa ob Fische Hänte haben, wir sehen ja, dass sie solche haben, ferner erwähnt ja die Mischna die Fischhaut? Antwort׳: Elia wird entscheiden, ob der Schmutz (der Urschlänge) von den Fischen gewichen ist oder nicht3). Das Wort זוהמא Schmutz ist eine deutliche Anspielung auf die Schlange, die dies Gift der Eva eingeimpft hat4). Die Betonung des ״reinen Fisches“ setzt übrigens voraus, dass man auch 'Schlangenhaut gekannt hat, was übrigens selbstverständlich ist. Hat man die Fischhaut zum Schreibstoff herrichten können, hat man dies auch mit der Schlangenhaut thun können. Da Nachman bar Isak, an den die Frage gerichtet wurde, 356 in Pumpedithä gestorben ist, können wir feststellen, dass in Babel spätestens in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts Fisch- und Schlangenhaut als Schreibstoff bekannt war. Wir verweilen nicht ohne Grund etwas länger bei diesem Punkte. Wir lesen nämlich bei Birt Seite 445: ״Im 5. Jahrhundert existirte in Byzanz eine solche Homerrolle, die seltsamerweise aus XpcbcovTo; svTspov bestanden haben soll und 120 Fuss lang war.“ In der Anmerkung verweist B. auf Malchus bei Zonaras Bd. III. S. "" ft» ף Sabbath 14 c 15: רבנן דקסרין בשם רב אבדן עור עוף מותר לכתוב עליו מזוזה. (vgl. ]Monatsschrift, 1901, p. 306, Anm. 4). Herodot sagt in der schon eitirten Stelle V 58, 3 : oTS /.OTS SV GTtavi ßißXcov s^psoVTO &t<p1Hp7)<71 avytq<si ts 7.ca, 0is7)Gt. 2) Kelim 10, 1: עצמות הדג ועורו מצילים באהל המת ,עצמות חיה שבים ועורה. Ibidem 16, 1 (Nedarim 56 b) : משישופם בעור הדג; Tosifta Kelim 1 7, 11 (57733): חחמת מעור הדג והנייר שהלביש בו את החבית . . . עור הדג והנייר ובו*♦ Fischhaut und Papier. 3) b. Sabb. 1. c. בעא מניה מר־בריה דרבינא מרב נחמן בר יצחק מהו לכתוב תפלין על גבי עור של דג טהור? v 4) Jcb. 103 b citirt bei Levy I 515 b.