Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 38)
- Language
- German
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30 Schreibstoffe. tet wurden oder wegen eines anderen Fehlers nicht genossen werden durften. Es war auch gestattet, Felle von zweierlei Thieren zum selben Bibelexemplar zu verwenden. Die Regel lautete: was für deinen Mund erlaubt ist, ist auch als Schreibstoff erlaubt1). Dies sagt die Theorie, in der Praxis dürfte aber vorzüglich Wildhaut zur Anwendung gekommen sein. Rabbi Chijja (um 200) sagte nämlich; ״Ich vermag die ganze Bibel für zwei Minen niederzuschreiben. Wie machte er das? Er kaufte für zwei Minen Flachssamen, säete ihn, schnitt ihn ab, verfertigte daraus Stricke und fing mit ihnen Gazellen und schrieb auf ihre Haut die ganze Bibel“2). Der Patriarch Juda I. pries das Geschlecht glücklich, in welchem R. Chijja und R. lsmael b. Jose leben, die die ganze heilige Schrift ohne Vorlage aus dem Gedächtniss niederschreiben konnten. Wenn manche Kommentatoren auf Grund von dialektischen Schlüssen sich zu der Behauptung versteigen, es sei erlaubt Torarollen auch auf Papier zu schreiben, so ist das vom Standpunkt der Geschichte graue Theorie und nur eine Warnung״ unter vielen, Schlüsse dieser Art sehr vorsichtig aufzunehmen. Die Juden waren übrigens auf Papier nicht ange- _ ׳ wiesen, da sie sich auf die Zubereitung des Pergaments seit uralter Zeit vorzüglich verstanden. Die Tradition wird sich bei den Schreibern, die, wie die Mönche,. die Schreiber des b j• Meg. 71a 24?אין כותבין אלא על עור בהמה טהורה. סד. טעמא למען תהיה תורת ה, בפיך גשמות י״ג טי) ממה שאתה נותן בפיך. והא תני כותבין על'נבי עור נבלות'וטרפות? מינא דאת נותן בפיך. in b. Sabbath 108a wird diese Deutung bei dem Schreibstoff der Phylakterien gegeben, gemeint .sind aber sicherlich auch Bücher: א״ל (שמואל ללב) מנין שאין בותבין תפלין אלא על גבי עור בהמה טהורה? א״ל דכתיב למען תמיד, תורת י ־ .ה׳ בפיך מן המותר בפיך 2) j. Megilla 74 d 53; vgl. Kethüb. 103 a und Baba Mezia 85 b mit interessanten Abweichungen, aus denen hervorgeht, dass die Schulkinder solche Bücher in den Händen hatten. Die alten Araber gebrauchten auch Gazellenhaut (ob. p. 17). Ein babylonischer Gesetzeslehrer, Acha bar Jakob, schrieb eine Torarolle auf Kalbshaut (Baba Bathra 14, a). Vielleicht waren die Synagogenrollen auf dauerhaftere Häute geschrieben. Die Irrländer heissen dass Buch Kuhhaut.