Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 37)
- Language
- German
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Schreibstoffe. 29 fremde Material wurde vorzüglich zur Mezuza gebraucht und wahrscheinlich von Rabbi Meir, dem griechischen Schriftgelehrten und berühmten Librarius, populär gemacht1). Die andere Sorte Pergament hingegen fand bei den Phylakterien Anwendung, während der älteste SchreibstofF, die volle Schreibhaut, für die Bücher das Material abgab. Der Tal׳־ mud bezieht eine Baraitha, wo von Schreiben auf Kelaf, Gewil und Dochsostos die Rede ist, auf die Torarolle2). Die Decisoren lehren auf Grund dieser Stelle, dass diese drei Schreibstoffe für die Synagogenrollen verwendet werden dürfen. Thatsächlich ist aber dies nicht der Fall gewesen, wie schon nachgewiesen worden. Der Talmud giebt diese Erklärung auch nur in der Hitze des Gefechtes, die Wahrheit dürfte aber jener Talmudist getroffen haben, der die Baraitha nach dem ersten Eindruck, den sie macht, auf die Schreibung von Tefillin bezog. Hiefür spricht auch die An- Ordnung: Kelaf, Gewil, Dochsostos. An erster Stelle steht also das Phylakterien־, an zweiter das Tora-, und an dritter das Mezuza-Material3). Es war gestattet das Fell vom Hausvieh oder von wilden Thieren zu nehmen, aber nur von den rituell reinen Arten.Von diesen auch dann, wenn sie nicht geschlach scheinlich die Fleischseite; die wird abgeschält, so dass die äussere Haut bleibt. Nachmani folgert aus 'dieser Stelle, Kelaf sei der innere und Dochsostos der äussere Theil der Haut. Diese Ansicht wiederlegt j. Megiiia 71 a 22: כותב על הגויל במקום השיער ועל הקלף במקום נחושתו ואם שינה פסול. Nun bedeutet נחושתו den unteren Theil einer Sache, hier also im Gegensatz zu Gewil, bei dem auf der Haarseite geschrieben wird, die Fleischseite. Wenn sie gar keine Haarseite hätte, wie könnte dann von einer Aenderung der Vorschrift die Rede sein? *) Menach 31 b unten: .ר׳ מאיר היה כותבה על דוכסוסטום כמין דף ף Sabb. 79 b: תנא דבי ־מנשה כתבה על .הנייר ועל המטלית פסולה, על הקלף ועל הנויל ועל דוכסוסטוס בשרה. 3) Menach. 32 a: הלבה למשה מסיני תפלין על הקלף מזוזה על דוכסוסטזס. Wie oft im Talmud, dürfte auch an der besprochenen Stelle die richtige Auffassung diejenige sein, die man nach den ersten Eindruck gewinnt, die sogenannte הוי אמינא* Diese ist die einfachere, welche in der Disputation nicht Stand hält, d. h: sie kann nicht bewiesen werden, aber auch das Gegentheil ist unbeweisbar.