Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 24

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 24 (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
86% known words query
IRI
…/3122061-3122088--4055-3125162
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

24 Schreibstoife. der die Etymologie ״ גבלeinweichen“ vorzieht, nimmt ja auch an, dass das ältere und bis auf den heutigen Tag für die Synagogenrollen gebrauchte Schreibmaterial das Leder ist, das die jüdische Tradition dem Pergament entgegensetzt. Das griechische Diphthera hingegen, das nach Palästina kam, war rohgearbeitetes Leder, das einen sehr geringen Werth besass. Levy meint, Gewil sei1) : ״eine noch nicht völlig zubereitete Thierhaut, die weder von der Haarseite, noch von der Fleischseite abgeschält und dahernur nothdürftig als Schreibmaterial anwendbar ist (ähnlich dem unbehauenen Steine)״. Diese Erklärung ist ganz falsch und umso auffallender, da im selben Artikel aus den beiden Talmuden je eine Stelle angeführt wird, nach denen Synagogenrollen auf Gewil geschrieben waren2). Er scheint Löw, der diese Interpretation nicht giebt, sondern nur aus der Etymologie, gegen die er zu Felde zieht, folgert, missverstanden zu haben. Ebenso Herzfeld Seite 113. Ausser diesen zwei Belegen giebt es noch mehrere, aus denen zu entnehmen ist, dass die Thoraexemplare in der Regel auf Gewil geschrieben wurden. Die palästinischaramäische Uebersetzung zu Deut. 31, 24 giebt die Text- Worte: ״Moses schrieb die Worte dieser Thora in ein Buch“ mit ״ למכתב . . על גוילאer schrieb auf Gewil״ wieder (נו־ל — ספר). Im Namen Rab’s (um 220) wird tradirt: Jeder Buchstabe, der nicht von allen vier Seiten von Gewil umgeben ist, ist zu verwerfen3). Ein Schreiber (um 270) kam zu einem Gesetzeslehrer und sagte : die *) Neuhebräisches Wörterbuch I 810 b; vgl. T. \V. I 130 a. 2) j. Moed Kat. 88 b unt.: זה הגויל .♦ . ד,דברכם (Jerem. 36, 2) מגלה זה הכתב. Die vorauf gehenden Worte lauten: wenn jemand sieht., eine Torarolle werde verbrannt, soll er zweimal seine Kleider zerreissen; einmal wegen des Gewil und einmal wegen der Schrift (Chanina); b. Aboda Zara 18 a : גוילין נשרפין ואותיות פורחות die Gewilin (der Tora) verbrannten und die Buchstaben flogen davon. Der Jeruschalmi erklärt richtig, dass' מגלה das Schreibmaterial bezeichne .und identifieirt dies Material mit- גויל Leder. s) Menaih. 29 a: כל אות שאין גויל .מוקף לה מארבע רוחותיה פסולה..

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.