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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 23

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 23 (sequence 31)
Language
German
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IRI
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Schreibstoffe. 23 ־ halber die alte, nicht mehr genug bestimmte Bezeichung durch eine neue, nämlich Gewil, ersetzen. Gewil bedeutet nach einmüthiger Erklärung sämmtlieher Kommentatoren und Decisoren eine Thierhaut, von der die Haare abgekratzt wurden, ohne dass Theile der Haut abgeschält worden wären. Diese Interpretation ist sachlich die einzig richtige, denn die anderen zwei Lederarten Kelaf Und Dochsostos bezeichnen, wie schon die Etymologie zeigt, solche Häute, von denen etwas ab geschält wurde. גויל bezeichnet in der Mischna (Baba Bathra 1, 1) im Gegensatz zu נדת den unbehauenen Stein, passt also vorzüglieh auf die nicht abgeschälte Haut. Im Griechischen bedeutet Esgto$ (<;uc>t6<;) abgeschabt, geglättet, unbehaart, und wird ebenfalls sowohl bei Steinen als bei der Haut angewendet. Die LXX übersetzt Arnos 5, 11 בתי, נדת obeous £s<rT0ü$, ־ wozu I Chr, 22, 1;1 Makk. 13, 27; Sirach 22, 17 zu vergleichen ist. Da das Schaben und noch mehr das Spalten der Thierhaut eine entwickeltere Kunstfertigkeit erfordert, steht es ausser Zweifel, dass die alte (und älteste) Zubereitungsart der Schrifthaut diejenige war, die das ganze Fell zum Schreiben geeignet machte und daher mit Recht den Namen עור beibehielt. Löw (I 119) bemeikt gegen diese Erklärung: ״wenn die Benennung wirklich diesen Ursprung hätte, wäre es unbegreiflich, warum die Difthera dem Gewil nachgesetzt wurde“. Zu dieser Einwendung kommt er aber nur durch die falsche Supposition, dass mit Gewil ein Leder gemeint ist : ״welches nur roh und nothdüiftig ausgearbeitet ist, indem man das Thierfell durch blosse Enthaarung zum Schreibmateriale zubereitet“. . Dies ist in der Etymologie nicht enthalten, denn die Analogie bezieht sich nur darauf, dass vom Fell, nichts abgeschält wurde. Ueber die Zubereitung, ist hiermit nichts ausgesagt. Thatsächlich gab es ja vorzügliches Schreibleder, bevor'man sich auf das Spalten der Thierhaut verstanden hatte, wie die Geschichte der Gerberei lehrt. Das Bibelexemplar mit Goldschrift, dessen feingearbeitetes Leder Ptolemäus bewunderte, nennt Aristeas S&<p&spat. Löw selbst*

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