Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 30)
- Language
- German
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22 Schreibstoffe. Es gab nämlich drei Arten von Schrifthaut : 1. ׳טיל,. 2. *ד1כם1םט1ם .3 ,קלן. Die Benennung גויל kommt in der Mischna nicht vor, aber wohl die Sache, die sie bezeichnet. Wie־ im Griechischen 81cp־9־epa, so hat nämlich im Hebräischen עור drei Bedeutungen 1 Fell, Leder, Schreibleder. Und wie &^־8־spx. Bücher bezeichnet, so bezeichnet umgekehrt im Hebräisehen, wie wir bald sehen werden, ספר (Schreib)leder. Gewil wird also hebräisch *״ עורThierhautK genannt, wasauch manchen alten Kommentatoren entgangen ist. Dies folgt sowohl aus dem pal. als aus dem babyl. Talmud. Der erstere1) spricht über גויל und קלף und fährt unmittelbar nachher fort: ״man schreibt nicht die Hälfte (des Buches) auf עור und die andere Hälfte auf ״.קלף Wenn also* in der Mischna2) ein Stück עור erwähnt wird, auf dem ein Amulet, und ein Stück קלף, auf dem der Abschnitt שמע ישראל (Deut. 6, 4—8) geschrieben werden kann, ist damit jene zum Schreiben zubereitete Thierhaut gemeint,, die aramäisch Gewil heisst3). Dass ע1ר Gewil bedeutet, folgt mit Sicherheit auch aus der Thatsache, dass neben עור sich nie גי״ל findet, aber wohl קלף und דוכסוסטוס. Da auch diese zwei letzteren aus Fellen an gefertigt Avurden, musste man im Laufe der Zeit, als diese neue Ledersorten Verbreitung gefunden hatten, der genaueren Unterscheidung 1j Megiiia 71 a 10 ff. בותב על המיל במקום השיער ועל הקלף במקום .נחושתו ואם שנה פסול, לא יהא כותב חציו על־ העור וחציו על הקלף אבל כותב הוא חציו על עור בהמה טהורה וחציו על עור חיה טהורה. Was im ersten Satz מיל, heisst im zweiten Satz עור. 2) Sabb. 8, 3: עור כדי לעשות קמיע, קלף כדי לכתוב עליו מרשה קטנה שהיא שמע ישראל. 3) So hat die Mischna auch ein babylonischer Amora des 4. Jahr-י hunderts verstanden, wie aus Sabb. 79 a 7—9: עור בכמה und dann לעבדו בכמה hervorgeht. Dass die Mischna . von einem geschriebenen Amulet und nicht von einer Umhüllung zu einem Amulet spricht, wie Löw I 118 meint, folgt aus j. Sabb. 11b 42, wo eine andere Leseart ג כדי ליתן על הקמיע angeführt und ein Unterschied zwischen hartem und weichem Leder gemacht wird, Löw führt כדי לעשות קמיע, das in der Mischna steht, als Worte Ula’s an. ־