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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 15

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 15 (sequence 23)
Language
German
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IRI
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Schreibstoffe. 15 ten1). Und was den Geruchsinn des Königs betrifft, so denke man an den Zorn eines orientalischen Herrschers, dem über sein Haus und sein Volk Drohreden vergelesen werden. Es hinderte ihn übrigens kein Mensch das Gemach zu verlassen, sobald er einen Kitzel in der Nase verspürte. Wenn man also auch zuglebt, bedeute Papier, ist aus LXX für den im altem Juda verwendeten Schreibstoff nichts zu entnehmen. Es ist aber noch fraglich, ob die griechischen Uebersetzer mit yjkpT7)'; etwas anderes wiedergeben wollten als das ״unbeschriebene Schreibmaterial.“ Dieses hiess nämlich )(apT7}<;, voll j^apTat 0cYpz<pot2), wie auch libri soviel bedeuten konnte, wie libri nondum perscripti. Ich wüsste nicht, wie die LXX ausser mit 5£apT7]s den ״unbeschriebenen Schreibstoff“, von dem Jeremias 36 die Rede ist, hätten wiedergeben können. Aquila und Theodotion geben Zecharia 5, 1 mit &<p9-spz wieder; Jesaia 8, 1 Theodotion mit <W9*spt0׳/.a. An letzterer Stelle ist vielleicht die Uebersetzung fälschlich von Theodotion überliefert, da sie eher dem Geiste des Aquila entspricht. מכ?ה (nicht •ימבםד wie die Concordanz von Redpath-Hatch, die auch sonst viele Druckfehler in den hebräischen Schlagwörtern zeigt, punktirt) übersetzt LXX (Exod. 39, 21, 34) mit cboD-spa. Wir kommen nun zur jüdischen Tradition, in der von Schreibstoffen oft die Rede ist. Es werden viele Arten von Schreibstoffen erwähnt, es wäre aber verfehlt, wenn man aus gelegentlichen Erwähnungen auf allgemeine Benützung schliessen wollte. Nebst den Büchern, giebt namentlieh der Scheidebrief, die Eifersuchtsrolle und das Ester- 1) Es ist bemerkenswert]!, dass ya0T7)^ als Lehnwort in der rabbinischen Litteratur nur 5 Mal vorkommt und zwar in jüngeren Texten, w^o es ein Schriftstück bezeichnet. An einer einzigen Stelle (b. Gittin 69 a) scheint es Papyrus zu bedeuten, aber in einem (aegyptischen?) Zauberrecept (vgl. Krauss, Griechische und Lateinische Lehnwörter II 567). Ins Arabische ist es aus dem Syrischen eingedrungen. (Fraenkel, Die aramäischen Fremdwörter im Arabischen 245). 2) Birt, Antikes Buchwesen 48 und 433. Bei Ulpian ist Charta Buch (ib. 56 n. 8), ganz so wie ספר Schreibstoff und Buch.

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