Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 22)
- Language
- German
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14 Schreibstoffe. nachbiblische jüdische Litteratur, die direkte Nachfolgerin der biblischen, deren einzelne Bestandteile in ein höheres Alter hinaufragen, als die letzten biblischen Bücher, spricht oft von Papyrus, verordnet aber einmüthig, dass man die heiligen Schriften auf Thierhaut schreibe, wie wir bald sehen werden. Bis auf den heutigen Tag werden die Synagogenrollen, die ältesten Repräsentanten der heiligen Schriften, auf demselben Material geschrieben. Auch die Etymologie des Wortes (ספר — kratzen, schaben) weist auf die Thierhaut hin, deren behaarte Seite abgekratzt wurde* 1). Die Benennung des Buches ist identisch mit dem Namen des Stoffes, auf den es geschrieben wurde. Dieselbe Benennungsweise findet sich auch bei Griechen und Römern, denn ßij&o; heisst die Papyrusstaude (ßu(&0;) und Uber der Baumbast. Ebenso Messen später Bücher auch Membranae, ״ein offenbar vom Stoff, worauf geschrieben wurde, entlehnter Name“ (Birt 93). Mit recht wird also allgemein die geglättete Thierhaut für das nationale Schreibmaterial Israel-Judas gehalten. Die Gründe, die Strack2) für das Papier ins Treffen führt, ■ ■ ״v halten wir Angesichts der angeführten Thatsachen nicht für beweiskräftig. Er meint: ״Jer. 36 (griech. 43) hat die Uebersetzung der LXX gewiss richtig ^apTtov und yapT;>(/־ ״)ganze Stücke Leder hätte der König trotz seines Ingrimmes sicher nicht auf das offene orientalische Feuerbecken geworfen, Schlottmann).“ Was nun zunächst die griechischen Uebersetzer betrifft, ist zu bedenken, dass sie keine Archaeologie trieben und das den hellenistischen, vorzüglich alexandrinischen Juden geläufige Wort gebrauch- Joseplius Antiqu. XII 2, 11, schöpft aus dieser Quelle. Die entscheidende Stelle lautet bei ihm : y,y\ S'/piLpdiv, al: ^׳£Ypap1[/ivQu: sTf OV 'Toug ypuGOlg Ypaa|/.ao1־v. 1) Vgl. L. Löw, Graphische Requisiten I 81 und 94. 2) Protestantische Real-Encyclopädie2 XIII. 690; Dziatzko acceptirt diese von Neueren vertretene Meinung*: ״Bei den Israeliten wurden die Schriften der Propheten als die frühesten eigentlichen Bücher (auf Chartarollen) angesehen“ (P. W. III 941 unten).