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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1902-01-01 · 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902) · p. Seite 5

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 5 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Einleitung. 5 Kreise eindrang, keine andere Gestalt angenommen haben, bei Privatexemplaren mag dies freilich der Fall gewesen sein. Es dürfte sich hiermit vor 1800 Jahren so verhalten haben, wie mit den neuen Leder- und Papierarten, der Kodexform und der neuen Tintenarten der nachtalmudisehen Zeit. Die officiellen Exemplare behielten den alten Stoff und die alte Form, die Privatexemplare wechselten Stoff und Gestalt. Wann dies geschehen ist, bedarf noch der näheren Untersuchung, da Löw’s Werk über die graphischen Requisiten zum Theil auf die hier sich regenden Probleme überhaupt nicht eingeht, zum Theil nur Bausteine liefert. Allenfalls wird man zwischen Europa und dem Orient unterscheiden müssen. Sicher ist, dass die Vorschriften des Alterthums bedeutenden Einfluss ausgeübt haben, die vorliegenden Untersuchungen bieten also die Grundlage für die Geschichte des jüdischen Buchwesens im Mittelalter, und zwar in höherem Masse, als das klassische Alterthum für das europäische Mittelalter, da es sich innerhalb des Judenthums um religiöse Gewohnheiten und Vorschriften gehandelt hat, die bekanntermassen von zäherer Natur sind, als Kultursitten. Es hat fasst ein Jahrtausend gedauert, bis die neuen Schriftmittel und Schreibgewohnheiten so tiefe Wurzel gefasst hatten, dass sie von manchen Autoritäten, wie Jakob Tarn (12. Jahrhundert) in Frankreich und Ascher benjechiel (13. Jahrhundert, von Deutschland eingewandert) in Spanien, mit den alten in gewissen Punkten für gleich-, werthige deklarirt wurden. Es sei also ausdrücklich betont, dass die Geschichte des hebräischen Buchwesens im Mittelalter hier nicht behandelt ist. Material für eine solche giebt es gegenwärtig, nachdem viele Handschriften und zwar auch sehr alte ans Tageslicht getieten und die Genizaschätze von Kairo gehoben sind, in genügenderer Menge, als noch vor einem Menschenalter. Im Vergleich mit der Geschichte des althebräischen Buchwesens hat dieses Material einen Vortheil und einen Nachtheil. Der, Vortheil liegt in der Existenz der Handschriften selber, während das Buchwesen des Alterthums nur aus gelegentlichen Nachrichten.

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