Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 12)
- Language
- German
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4 ״ Einleitung. dient diesen Namen nur, wenn ihr die niedere voraufgegegangen. Von dieser Ueberzeugung durchdrungen, bin ich in der jüdischen Litteratur, der unmittelbaren Fortsetzung der biblischen, der Geschichte der heiligen Schrift und ihres Textes nachgegangen. Ich sammelte alle auf Schrift- und Buchwesen bezüglichen Daten, auch die unscheinbaren, um mich von ihnen belehren zu lassen. Um sie unbefangen betrachten zu können, habe ich vorerst die Verarbeitungen des Materials in nacbtalmudischer Zeit ausser Acht gelassen, nachher nur in den allernöthigsten Fällen angeführt, um die Uebersichtlichkeit nicht zu erschweren und das Bild des Alterthums nicht zu trüben. Nachrichten aus naclitalmudischen Schriften, aus den Traktaten Soferim und Sefer Tora sowie aus der Mas.ora haben in die Geschichte des• Buchwesens nur in einigen Fällen und da auch nur dann Aufnahme gefunden, wenn sie sich als aus älteren, für uns verloren gegangenen Quellen geschöpfte auswiesen. Die Studien zum althebräischen Buchwesen fassen also auf Daten, die sammt und sonders aus dem Alterthum stammen. Sie sind zum Theil der Bibel selbst entnommen. Aber auch die Angaben, die aus der nachbiblisehen Tradition fliessen, gehören zumeist den ältesten Schichten derselben, der tannaitischen an, und sind zumin־ destens 1800 Jahre alt. Wer aber die Geschichte der Ent״ stehung der tannaitischen Sammlungen und die Lehrmethode der Tännaiten kennt, weiss, dass der Grundstock dieser Werke aus vorchristlicher Zeit stammt. Wenn man hierzu noch den orientalischen Stabilismus im Allgemeinen und den Konservatismus bei der Bewahrung der heiligen Schriften im Besonderen hinzudenkt, wird man finden, dass die hier gezeichneten Bilder im Grossen und Ganzen auch auf das Buchwesen älterer Zeiten passen. Die offieiellen Exemplare, die des Heiligthums und der Synagogen, werden auch im ersten Jahrhundert, als der Schreibstoff und die Schreibfarbe der hellenistischen Welt, das Doclisostos und Chalkanthum, in jüdische