Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- XXIII. für das Schlujahr 1899/1900 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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- IRI
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10 Salomo b. Samuel aus Gurgang.; sonders hervorstechende Eigenschaft seines Wörterbuches verstündlich: die in diesem sich hundgebende Kenntniss der B e a 1 i e n, der verschiedensten Erzeugnisse der Industrie und der Gegenstände des Handels. Auch die Yertrautheit mit der türkischen Sprache, die Salomo b. Samuel zeigt und die auch seinen persischen Wortschatz beeinflusst, ist aus der Angabe über die Sprache der Chwärismier und ihren Yerkehr mit den türkischen Stämmen leicht erklärlieh. Er selbst sprach Persisch als Muttersprache und wir dürfen ohne weiteres annehmen, dass in Gurgäng eine Gemeinde persisch redender Juden ansässig war, obwol sonst nichts über diese Ansiedelung bekannt ist.1 2 3 * * *) Die Thatsache, dass S. b. S. ein solches Werk, wie es sein Wörterbuch ist, unternahm und vollendete, darf gewiss als Zeugniss für den Bildungsgrad und die geistigen Interessen der Gemeinschaft gelten, zu deren Belehrung er das Werk verfasst hat.2) Chwärism gehörte damals zum Chanat von Tschagatai, einem Theile des grossen, von Dschingis-Chan begründeten M 0 iigolenr eiches; und die Grundsätze religiöser Toleranz, welche die mongolischen Herrscher befolgten, werden auch den jüdischen Einwohnern dieser Länder zu Gute gekommen sein8). Die Unruhen und Kriege, welche häufig genug im 1) Benjamin von Tudela (ed. Asher p. 82, s. II. Band, S. 169) erwähnt Chiwa, die andere Hauptstadt von Chwärism, als גיבה und giebt an, dass dort an 8000 Juden wohnen. Daran knüpft er die folgende Bemerkung: ואותה העיר ארץ סחורה באים אליה בסחורה מכל לשונות הגו ים והיא ארץ רחבת ידים. Das stimmt sehr gut zu den Angaben bei Kremer. 2) Maimüni in seinem Sendschreiben an die Gemeinde von Lunel (Ozar Nechmad II, 4; Kobez II, 44a) sagt: ובערי העלגים שהם בדת ישמעאל קורין בתורה שבכתב ועושין כפשטה. Gr ätz (G. d. J. yp,825) übersetzt das so: ״Diejenigen, welche unter den Türken und Tataren wohnen, haben nur die Bibel und leben nach ihr allein.״ Jedenfalls war es, wie S. b. S.’s Wörterbuch beweist, hundert Jahre nach Maimüni anders geworden. 3) S. Yambery, Geschichte Bochara’s, I, 156, Anm. 1: ״Es wird behauptet, die Juden wären von diesen Privilegien — der Steuerfreiheit der Priester — ausgenommen gewesen; doch scheint mir dies nur eine Erfindung der mohammedanischen Schriftsteller zu sein, denen